Unihockey
«Unglückliche Trainingsbedingungen» bei Unihockey Limmattal

Limmattal-Trainer Rico Polo musste vor der Saison seine hohen Ziele korrigieren. Auch in der nächsten Saison ist der Aufstieg zunächst kein Thema.

Timon Richner
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Schwierige Bedingungen: Vollgas geben am Abend spät, ist nicht immer einfach. Im Bild: Lorenz Kern (weiss).

Schwierige Bedingungen: Vollgas geben am Abend spät, ist nicht immer einfach. Im Bild: Lorenz Kern (weiss).

Roland Jaus

Rico Polo, haben Sie sich beim Amtsantritt vor zwei Saisons die Aufgabe bei Unihockey Limmattal einfacher vorgestellt?

Rico Polo: Die Ausgangslage vor meinem Engagement war mir klar. Aber ich habe eine neue Philosophie in den Verein hineingebracht und es brauchte eine gewisse Zeit, bis die Mechanismen zusammen mit den Vereinsfunktionären eingespielt waren. Aufwand und Ertrag stimmten aber immer und ich fühlte mich von Anfang an wohl.

Vor dieser Saison haben Sie Ihre Ziele nach unten korrigiert (siehe Box). Warum der Strategiewechsel?

In der Mannschaft hat es zwar viel Qualität, aber trotzdem gab es Gründe dafür. Wir mussten realistisch bleiben. Unser neues Ziel, die Ressourcen voll für die Nachwuchsspieler einzusetzen, war logisch und hat funktioniert.

Was für Gründe sprechen Sie an?

Uns fehlten vor der Saison vier bis fünf Spieler, um während der ganzen Spielzeit konstant gute Leistungen zu bringen. Durch den Aufstieg unserer U21 in der letzten Saison war die Belastung für diese Junioren höher. Deshalb konnten wir die U21-Spieler seltener als Ergänzung in unser Kader einbinden. Und auch die Trainingsbedingungen sind äusserst unglücklich.

Weshalb?

Wir müssen im Winter mit Trainingszeiten vorliebnehmen, die eigentlich nicht zumutbar sind für Sportler, die Leistungssport betreiben wollen. Als Beispiel: Unsere Hallenzeiten am Montag und am Freitag sind jeweils von zehn bis zwölf Uhr am Abend. Dies macht es auch extrem schwierig, neue Spieler für einen Wechsel zu uns zu begeistern. Auch Nachwuchsspieler verlassen uns wegen der unglücklichen Zeiten.

Ist eine Besserung der Umstände absehbar?

Wir versuchen immer wieder, auf die Notwendigkeit der Trainingsmöglichkeiten hinzuweisen. Da aber in der Gemeinde Urdorf Tradition und Harmonie den grösseren Stellenwert haben, kommen wir nicht wirklich weiter.

Sind Sie zufrieden mit dem Saisonverlauf?

Wir haben unser neues Ziel erreicht. Natürlich verliert man als Trainer oder Sportler nie gern. Wenn ich aber sehe, wie die Spieler sich für das Team und den Verein einsetzen und Spass am Unihockey haben, dann bin ich als Trainer zufrieden.

Behar Spahia wechselte vor dieser Saison zu Lok Reinach. Wie sehr hat er gefehlt?

Jede Mannschaft würde einen so angenehmen Zeitgenossen und technisch versierten Spieler vermissen. Das Team hat seinen Abgang aber als Kollektiv kompensiert.

Vor der Saison waren Sie mit der Trainingspräsenz unzufrieden. Haben diese Disziplinlosigkeiten den Aufstieg gekostet?

Dies könnte durchaus ein Faktor gewesen sein. Von Disziplinlosigkeiten zu sprechen, wäre aber falsch.

Wie sehen Ihre Ziele für die nächste Saison aus?

Ich will jedes Spiel gewinnen. Wir wollen die gute Arbeit im Nachwuchs weiterführen (Rico Polo ist auch Trainer der U21. Anm. d. Red.). Und wenn wir das richtig machen, können wir bereits in der kommenden Saison davon in der ersten Mannschaft profitieren. Klare Ziele kann ich aber noch nicht definieren, dazu ist es noch zu früh. Wir werden die Ziele für nächste Saison Ende Mai bekannt geben.

Klappt der Aufstieg nächstes Jahr?

Falls wir als Verein erkennen, dass ein Aufstieg möglich ist, müssen auch die Spieler ihre Prioritäten überdenken. Und es bräuchte viele Tore, Spektakel und Zuschauer, die uns unterstützen.

Unihockey Limmattal spielte solide Saison

Rico Polo hat sich bei seinem Amtsantritt vor zwei Saisons hohe Ziele gesteckt: «Bis in
zwei Jahren wollen wir in der 1. Liga spielen.» Dieses Ziel verpasste das Fanionteam von Unihockey Limmattal (UHL) mit der Schlussplatzierung als Vierte der Gruppe 3 der Grossfeld
2. Liga. Der Aufstieg hatte vor dieser Saison allerdings nicht mehr oberste Priorität. Und das UHL-Team hat auch Einiges erreicht. Offensiv überzeugten die Polo-Jungs: Sie haben in den 18 Saisonspielen am meisten Tore der Liga erzielt (147). Zudem schalteten sie im Cup das 1.-Liga-Team aus Bülach aus. Und wer weiss, was möglich gewesen wäre, wenn UHL nicht Anfang Dezember und Januar gegen die schwächer einzustufenden Teams aus Uri und Richterswil knapp verloren hätte? (TIR)