Eishockey
Unfähig und gleichgültig – der Zustand der Limmattal Wings

Nach der 2:10-Niederlage im Zitterspiel gegen Glarus in der 3. Liga stellen sich noch mehr Fragen als vorher schon. Die Wings sind damit wieder Letzter.

Raphael Biermayr
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Trotz deutlicher Überzahl der Wings wird es dem Glarner Simon Lutz (verdeckt) gelingen, den neunten Treffer zu erzielen.

Trotz deutlicher Überzahl der Wings wird es dem Glarner Simon Lutz (verdeckt) gelingen, den neunten Treffer zu erzielen.

Raphael Biermayr

Pascal Lanz hatte genug. Nachdem er 46 Minuten lang nicht eingesetzt worden war, durfte der Stürmer der Limmattal Wings aufs Eis. Wenige Sekunden später musste er mitansehen, wie der Glarner Simon Lutz ihn und seine Teamkollegen demütigte: Fast schon am Tor vorbeigefahren, wischte er die freiliegende Scheibe noch über die Linie. Es war der neunte Treffer der Gäste an diesem Abend, einer sollte noch folgen, dann stand die Bankrotterklärung fest: 2:10.

Frust war greifbar

Lanz erschien noch vor Spielende auf der Tribüne in Wettingen, wo er Sportchef Lolo Bertschmann seinen Frust kundtat. Sinngemäss: Wenn man schon Auswärtige holt und einsetzt, dann soll schon etwas mehr rausschauen als eine Abfuhr gegen einen Tabellennachbarn. Die Haltung der nicht oder kaum eingesetzten Akteure ist zu verstehen. Keiner der sogenannten «Starspieler» ragte gegen die Glarner heraus.

Ernüchterung bei Goalie Andrej Gingg und Marco Birrer bei der 2:10-Niederlage der Limmattal Wings gegen Glarus.
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Wings-Goalie David Makay und Peter Frenzel sind unter Druck.
Peter Frenzel (16) checkt seinen Gegenspieler.
Nicolas Gamper (r) bei der 2:10-Niederlage gegen Glarus.
Ken Walliser (M) sorgt für Unruhe vor dem gegnerischen Tor.
Hani Weber (vorn, rechts) beglückwünscht Torschütze Peter Frenzel (16).
Wings-Goalie Andrej Gingg in Nöten.

Ernüchterung bei Goalie Andrej Gingg und Marco Birrer bei der 2:10-Niederlage der Limmattal Wings gegen Glarus.

Raphael Biermayr

Positiv zu erwähnen waren einzig die zwei Tore von Peter Frenzel. Der Verteidiger erzielte mit seiner einzigen Waffe – dem Gewaltschuss – beide Treffer und führt die interne Skorerliste wieder allein an. In der offiziellen Statistik erscheint allerdings Ken Walliser als Torschütze des zwischenzeitlichen 2:3, weshalb die beiden auf der Verbandshomepage weiterhin mit zwölf Punkten gleichaufliegen. Frenzels neue Offensivstärke in Ehren – sie zeigt auch die Unfähigkeit der Wings-Stürmer.

Frappierend war aber nicht nur die Schwäche im Abschluss. Die Gleichgültigkeit bei vielen in der Mannschaft, sich niedermachen zu lassen, war greifbar. Darunter leidet die Moral der Torhüter. David Makay machte nach dem zweiten Drittel (2:5) dem früheren Urdorfer Andrej Gingg Platz. Nach 1:20 Minuten war dieser bereits bezwungen, nach 2:36 Minuten musste er erneut hinter sich greifen.

Klare Worte nach dem Spiel

Sportchef Bertschmann, der noch bis zum sechsten Gegentor an den Sieg geglaubt hatte, wurde gegen das Spielende hin kleinlaut. Er ging nach der Partie in die Kabine, von woher polternde Worte unterschiedlicher Herkunft in die kalte Nacht drangen. Was besprochen wurde, blieb intern. Es macht so immerhin den Anschein, dass es noch ein paar Exponenten gibt, denen die Zukunft der Mannschaft und damit des ganzen Vereins nicht egal ist. Ob das aber für den Verbleib in der 3. Liga reicht, muss nach diesem Auftritt bezweifelt werden.