Beachhandball
Und plötzlich spielt er mit dem Schweizerkreuz auf dem Dress

Mittlerweile sticht das Handball-Talent von Francesco Biffigers heraus. Nur so erklärt sich, dass er – wie sein Vereinskollege Dominic Jäger – für die U18-Beach-Handball-Europameisterschaft vom nächsten Juli in Spanien nominiert worden ist.

Jörg Greb
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Pius Biffiger in Meilen, wo er sich zum Uhrmacher ausbilden lässt.gg

Pius Biffiger in Meilen, wo er sich zum Uhrmacher ausbilden lässt.gg

Der Wunsch nach einem kurzfristigen Termin mit Francesco Biffiger führte zu zwei speziellen Vorschlägen: Entweder Stadthalle Dietikon am Donnerstagabend um 22 Uhr oder am Freitag über Mittag in Meilen. Meilen? «Ja, dort arbeite ich als Uhrmacher-Lehrling in einer Bijouterie», sagt Biffiger. Auch für Francesco Biffiger wären näher gelegene Ausbildungsstätten möglich. Aber beklagen will er sich nicht: «Mit der S-Bahn bin ich von Dietikon in 45 Minuten in Meilen.»

Trotzdem, der Aufwand ist beträchtlich, zumal Francesco Biffiger als Handballer ein sehr aktives Sportlerleben führt. Drei Mal die Woche trainiert er mit verschiedenen Teams im HCDU – am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. An diesen Tagen führt sein Weg von der Arbeit ziemlich direkt in die Trainingshalle. Doch der Aufwand macht sich bezahlt. Biffiger gehört nun fix zum 1.-Liga-Kader und wird weiterhin bei den U19-Junioren eingesetzt. «Es geht ums Sammeln von Erfahrung», sagt er. Denn die Ansprüche, die der gross gewachsene Linkshänder an sich stellt, sind hoch. Selbstkritisch sagt er: «In letzter Zeit benötigte ich zu viele Chancen, um meine Tore zu schiessen. Und mit einem Lächeln fügt er an: «Ich schiesse gerne, schiesse oft und will mich natürlich als Torschütze feiern lassen.»

Handball und das Schöne

Dieses Gefühl behagt ihm schon lange. Mit dem Handballspielen begonnen hat Francesco Biffiger vor sieben Jahren zusammen mit seinem älteren Bruder Damian – der spielt bei den U19-Junioren des STV Baden. Zunächst war es eine Ergänzung zum Fussball spielen. Rasch aber gefiel ihm seine heutige Sportart besser. Fussball sieht er stärker als Einzelsport, «ein ewiges Hin und Her», sagt er und vergleicht: «Im Handball zählt das Team, da kannst du zusammen Schönes machen.»

Ähnlich denken auch andere Biffigers. Neben seinem älteren Bruder spielen auch ein jüngerer Bruder und eine Schwester im Schulsport Handball. Und wer in den Annalen des HCDU sucht, stösst auf Pius Biffiger. «Nein, das ist nicht mein Vater, sondern ein Cousin meines Vaters», sagt Francesco Biffiger. Trotzdem aber geht die Affinität zur Ballsportart auf den Vater zurück: Auch Norbert Biffiger war einst aktiv.

Überraschendes Aufgebot

Mittlerweile sticht Francesco Biffigers Talent heraus. Nur so erklärt sich, dass er – wie sein Vereinskollege Dominic Jäger – für die U18-Beach-Handball-Europameisterschaft vom nächsten Juli in Spanien nominiert worden ist. Für ihn selber kam dieses Aufgebot völlig überraschend: «Ich hatte noch nie etwas zu tun gehabt mit dieser Sportart.» Doch innert kurzer Zeit hat sich das geändert. Seit Dezember erfolgt alle zwei Wochen ein Kaderzusammenzug. Zusätzlich hat die Equipe, deren Stamm aus dem Meisterteam der Aargauer HSG Wasserschloss besteht, unter Trainer Marco Bodmer bereits ein Turnier bestritten. Und Biffiger ist auf den Geschmack gekommen. «Das Spiel läuft anders, ist viel kräftezehrender und Du kannst nicht prellen, aber es hat seine ganz besonderen Reize.» Er denkt daran, dass Tore nach Pirouetten, Fliegertore oder Treffer des vierten Feldspielers anstelle des Torhüters doppelt gezählt werden. «Das machts spannend und attraktiv», sagt er.

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