Handball
Und dann war die Luft draussen – der HC Dietikon-Urdorf steigt ab

Zwei Saisons spielte der HC Dietikon-Urdorf in der 1. Liga. Nun ist das Abenteuer wieder vorbei - für mindestens eine Spielzeit. Nach der 26:16-Niederlage in Thun besiegelt den Abstieg.

Alessandro Crippa
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Sebastian Röthlisberger versucht, Steven Forrer zu stoppen.

Sebastian Röthlisberger versucht, Steven Forrer zu stoppen.

Roland Peter

Es war alles angerichtet für ein tolles Handballspiel. Die Thuner Lachenhalle war gut gefüllt, die Ausgangslage war spannend. Dietikon-Urdorf hatte das Hinspiel mit 24:22 begonnen, Wacker Thun stand also etwas mehr unter Zugzwang. Die beiden Mannschaften begannen äusserst zaghaft, die Nervosität war spürbar.

Den besten Start erwischte noch Wacker-Schlussmann Dominique Hug, indem er gleich die ersten vier Würfe - inklusive einem Siebenmeter - der Gäste entschärfte. Erst nach knapp acht Minuten konnte Francesco Biffiger das erste Mal erfolgreich abschliessen und die Partie zum 1:1 ausgleichen.

Keine Kraftreserven mehr

Die Nervosität zog sich weiter durch die Partie bis zur Sirene, die die Pause einläutete. 9:8 stand es da für Wacker Thun. Die Nervenkostüme waren nicht gerade dicker geworden, jeder wusste, dass die Entscheidung bei Weitem noch nicht gefallen war, die Entscheidung würde in der zweiten Hälfte folgen.

Das Heimteam tat mehr dafür, diese Entscheidung möglichst rasch herbeizuführen. Nach einem Fehlwurf Burlas kassierte Dietikon-Urdorf im direkten Gegenstoss den 18. Gegentreffer. Selber hatte man erst deren 14 erzielt. 45 Minuten waren da gespielt. Der HCDU erholte sich nicht mehr, konnte die drei Tore, die ihm fehlten, nicht mehr gutmachen.

Im Gegenteil. Wacker Thun spielte sich in einen regelrechten Spielrausch, drückte noch einmal aufs Gaspedal. Die beiden Flügelspieler Jaussi und Baumgartner sprinteten, erhielten Bälle und erzielten Tore nach Belieben. Und so brachen sie ihren Gegnern das Genick. Aber nicht nur sie. Hauptverantwortlich für die schnellen Gegentore des HCDU war Thuns Torhüter Hug. Er parierte Mal für Mal und zog einen Prachtstag ein. 56% gehaltene Bälle sprechen für sich. Im Hinspiel in Urdorf ist es ihm nicht nach Wunsch gelaufen, dafür vor eigenem Anhang umso mehr.

Das Aufraffen und die Abgänge

So ging die Partie mit 26:16 zu Ende. In der letzten Viertelstunde hatte der HCDU nicht mehr die Kraft, noch einmal zu reagieren. Das zeigt sich beim Blick auf die Statistik. Nur gerade zwei Tore hatte man in dieser Zeit erzielt und sich so noch die letzte Chance auf den Ligaerhalt quasi selber genommen.

In der nächsten Saison geht es somit in der 2. Liga weiter. Der HC Dietikon-Urdorf dürfte dort zwei Teams stellen. Einige Abgänge wird er nebenbei auch noch verkraften müssen. Oliver Anderegg, Francesco Biffiger und Alessandro Crippa werden die Mannschaft verlassen und sich eine Pause gönnen oder anderen Equipen anschliessen. Ob weitere Akteure zu anderen Teams wechseln, wird die Zeit zeigen.

Dass der HC Dietikon-Urdorf den Ligaerhalt noch schaffen würde, hätten in der Winterpause wohl die wenigsten gedacht. Umso ärgerlicher ist es, dass es trotz einer merklichen Steigerung trotzdem so weit gekommen ist. Die Mannschaft von Trainer Jan Sedlacek hat sich noch einmal aufgerafft, auch dank den Aushelfern Blättler, Grendelmeier, Imhof, Katicic, Schoenholzer und Wüthrich ganz gute Spiele abgeliefert. Nach der Partie waren verständlicherweise alle niedergeschlagen, doch das Leben geht weiter - wenn auch in der 2. Liga.