Curling
Uitikon-Waldegg und der Gold-Coach am besten Frauen-Turnier Europas

Das Team Uitikon-Waldegg mit Skip Fabienne Fürbringer und Russlands Erfolgscoach Thomas Lips bestreiten in Bern den 45. Internationalen Damen-Cup. Während sich die Limmattalerinnen als Amateure sehen, wird in Russland alles dem Erfolg untergeordnet.

Andreas Fretz
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Sandra Born, Skip Fabienne Fürbringer, Andrea Friedli und Vendy Blazkova von Uitikon-Waldegg. Quelle: AFR

Sandra Born, Skip Fabienne Fürbringer, Andrea Friedli und Vendy Blazkova von Uitikon-Waldegg. Quelle: AFR

Von Freitag bis Sonntag findet in Bern der Internationale Damen-Cup statt, das am besten besetzte europäische Frauen-Curlingturnier der gesamten Saison. Mitten unter ehemaligen und amtierenden Olympia-, EM- und WM-Medaillengewinnerinnen gleiten auch die Frauen von Uitikon-Waldegg über das Eis. «Wir geniessen es», sagt Skip Fabienne Fürbringer, «es ist eine Ehre, sich mit solch grossen Teams zu messen.»

Die 30-Jährige aus Uitikon-Waldegg betont den Amateur-Status ihres Teams. «Jede von uns arbeitet oder geht zur Schule.» In Curling-Hochburgen wie Kanada oder Schottland undenkbar. Fürbringer hat unlängst ein Studium als Dolmetscherin begonnen, zuvor war sie Projektleiterin bei Sunrise. Curling ist für sie Ausgleich und Leidenschaft. Eine Leidenschaft, der sie seit 1989 nachgeht.

Im Vordergrund steht denn auch der Spass. Fürbringer spricht von einer Übergangssaison ohne Resultatdruck. Das war nicht immer so. In der Vergangenheit waren oft die Resultate wichtiger als der Spass. «Die letzten zwei Saisons verliefen sehr enttäuschend», sagt die Limmattalerin, «die Freude ging verloren, der Ehrgeiz trat in den Vordergrund. Am Ende hatte ich Rücktrittsgedanken.»

Auf diese Saison hin wurde das Team neu zusammengestellt. Fürbringer übernahm die Rolle des Skips, neue Spielerinnen kamen hinzu, andere kennt Fürbringer noch von früher. Der Urdorfer Roger Stucki übernahm die Rolle des Coachs. «Das Team steht voll hinter mir und glaubt an mich», sagt Fürbringer, «das tut gut.»

Die Teilnahme an internationalen Turnieren ist für Uitikon-Waldegg eher die Ausnahme. Dafür sei man an Breitensportturnieren stets ganz vorne dabei, erzählt Fürbringer. Am Turnier in Bern startete das Team mit einer Niederlage gegen die Olympiasiegerin von 1992, Angela Schöpp (D). Auch im zweiten Spiel gegen Dänemark (Madeleine Dupont) reichte es nicht zum Sieg. Doch die Freude am Curling will sich Fabienne Fürbringer nicht mehr nehmen lassen.

Und ganz ohne Ambitionen ist das Team nicht unterwegs. Das Turnier in Bern dient in erster Linie der Standortbestimmung. Danach folgen die Vorqualifikationen für die Schweizer Meisterschaft. Die sechs besten Equipen qualifizieren sich für den Final in Gstaad. «Die Chance, dass wir uns für Gstaad qualifizieren, ist durchaus vorhanden», sagt Fürbringer.

In ganz anderen Sphären bewegt sich derzeit Thomas Lips. Der Erfolgscoach aus Urdorf führte Ralph Stöckli und Markus Eggler in der Saison 2009/10 zu Olympia-Bronze (in Vancouver) und EM-Silber. Am Ende der letzten Saison errang er mit dem Davoser Team von Mirjam Ott im kanadischen Lethbridge den WM-Titel. Nun ist Lips für die Russinnen verantwortlich und führte sie vor einem Monat prompt zum EM-Titel.

Mit Blick auf die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi wird dem Erfolg alles untergeordnet. Russland ist in Bern gleich mit drei Teams am Start. Darunter auch das von Lips trainierte Team um Skip Anna Sidorowa. Die Europameisterinnen starteten zwar mit einer Niederlage, machten den Fehlstart aber anschliessend mit zwei Siegen wett. «Wir kamen erst am Vortag aus Moskau an», sagte Lips entschuldigend. Das Turnier in Bern geniesst auch bei ihm einen hohen Stellenwert: «Bis auf zwei, drei Teams ist alles am Start, was Rang und Namen hat.» Nicht dabei ist das Davoser Team. Mirjam Ott ist in dieser Woche am Continental Cup in Kanada im Einsatz.