Momentan könnte es für den 18-jährigen Uitiker Matthias Appenzeller sportlich fast nicht besser laufen. Letzte Woche holte er sich an der Schweizer Meisterschaft in Arbon gleich zwei Goldmedaillen vom 3-Meter-Brett sowie den dritten Rang vom 1-Meter-Brett. Ein zusätzlicher Motivationsschub für Appenzeller, der heute im österreichischen Graz zum letzten Mal zu einer Junioren-Europameisterschaft starten darf.

Am vergangenen Wochenende holte er sich an den Regionalmeisterschaften in Aarau den letzten Schliff. Und auch im Schachenbad zeigte Appenzeller, dass er für die EM bereit ist. Mit seinen zwei ersten Plätzen verwies er die Konkurrenz hinter sich. Der Wettkampf, der für die Schweizer Delegation der finale Test vor den EM war, bedeutete gleichzeitig das Ende des Vorbereitungscamps.

Ein Camp, das erstmals in dieser Form stattfand und lobende Worte seitens der Athleten erhielt. «Das Vorbereitungscamp war super. Sehr professionell gestaltet und das gibt einem ein gutes Gefühl vor einem so wichtigen Wettkampf», bestätigt der Limmattaler, der kurz vor dem Grossanlass doch etwas Nervosität spüre.

Top-8-Platz zugetraut

Worte, die Michael Barth, Leistungssportchef des Schwimmclubs Aarefisch und Begleiter der Schweizer Delegation, gerne hört. «Wir von Swiss Diving wollen unseren Athleten, trotz der beschränkten Mittel, ein möglichst professionelles Umfeld bieten», sagt Barth.

Swiss Diving fordert denn auch von seinen sieben Athletinnen und Athleten jeweils den Einzug ins Finale, also ein Platz unter den ersten zwölf. «Das ist sicher machbar, erfordert aber von allen eine Topleistung», bemerkt Barth. Appenzeller traut er gar einen Exploit zu. «Wenn Matthias einen super Wettkampf zeigt und seine Leistung in dem Moment abrufen kann, dann liegt für ihn auch ein Rang unter den ersten acht drin.»

WM und Olympia vor Augen

Dies würde dann automatisch die Qualifikation für die Junioren-Weltmeisterschaft in Australien bedeuten. Die Qualifikation für die WM im australischen Adelaide von Anfang Oktober ist denn auch das nicht mehr ganz so heimliche Ziel des Sportgymnasiasten. «Sicher hat das Erreichen des Finals oberste Priorität. Aber ich will möglichst die WM-Quali schaffen. Es sind verschiedene Faktoren, die dies beeinflussen können – aber ich bin bereit», gibt sich Appenzeller kämpferisch, der in Graz vom 1-Meter-und 3-Meter-Brett starten wird.

Nach der Junioren-EM folgt für Appenzeller der Sprung in die Elite.
Eine neue Herausforderung für den Uitiker, der sich für die kommende Zeit jedoch bereits ein neues Ziel gesteckt hat. «Ich möchte an den Olympischen Spielen in Rio der Janeiro 2016 teilnehmen.» Und wenn im August die Wasserspring-Wettkämpfe der Olympischen Spiele in London laufen, sitzt Appenzeller garantiert vor dem Fernseher und träumt von einem eigenen Start in Brasilien.