Tennishalle Vitis in Schlieren, kurz nach 15 Uhr. Jesper Ratzer reckt die Hände in die Höhe und stösst einen Jubelschrei aus, so laut, dass der sogar im Restaurant einen Stock höher zu hören ist. Der Däne hat soeben Michael Dickert aus Österreich im Final des diesjährigen Swiss Opens besiegt. Und das, obwohl er zuvor im Tischtennis und im Squash gegen Dickert noch unterlegen war. Dank eines 21:11-Sieges im Tennis hatte er am Schluss jedoch drei Punkte Vorsprung auf Dickert.

Kein Favoriten-Sieg

Für Jasper ist es bereits der vierte Turniersieg in diesem Jahr. Und trotzdem kommt der Triumph der Weltnummer 4 in Schlieren etwas überraschend. Denn alle hatten eigentlich mit einem Sieg von Christoph Krenn gerechnet, der die Weltrangliste anführt. Doch der Topgesetzte schaffte den Sprung in den Final nicht.

Auch bei den Frauen werden nicht alle ihrer Favoritenrolle gerecht. Nicole Eisler, als Weltranglistenzweite die grosse Schweizer Hoffnungsträgerin, kann sich nicht für den Final qualifizieren. Stattdessen muss sie sich mit dem kleinen Final, also dem Spiel um Platz 3, gegen Marina Mezenzeva zufriedengeben, den sie allerdings verlor. Dafür siegt im Final mit Zuzana Kubanova gegen die Topgesetzte Nathalie Zeoli eine, die niemand auf der Rechnung hatte – auch nicht Nico Hobi, der Präsident vom Racketlon Swiss Open. «Das ist für mich die grösste Überraschung an diesem Wochenende», gesteht Hobi, der selbst am Turnier teilgenommen und in der Elite im Einzeln den 6. Platz erreicht hat, im Doppel gar Rang 4.

Eines der wichtigsten Turniere

Nicht ganz so erfolgreich schlagen sich die Teilnehmenden aus dem Limmattal. Die Schlieremerin Sabrina Bärenbold wird in der Kategorie Damen B Elfte, und Thierry Biaggi, ebenfalls aus Schlieren, schliesst das Turnier in der Kategorie Herren D im 25. Rang ab.

Doch ein Platz in den oberen Rängen ist am Swiss Open auch gar nicht einfach. Am Turnier, das dieses Jahr bereits zum sechsten Mal stattgefunden hat, nehmen schliesslich Topspieler aus allen möglichen Ländern teil, von der Schweiz bis nach Neuseeland. Insgesamt 230 Anmeldungen konnte das Swiss Open dieses Jahr verbuchen, Einzel- und Doppelkategorien zusammengezählt. Damit gehört es nach wie vor zu den vier wichtigsten Rackeltonturnieren der Welt.

Besonders stolz ist man darauf, dass man im nächsten Jahr die Weltmeisterschaft austragen kann, und zwar im November. «Das Swiss Open ist dafür so eine Art Generalprobe», erklärt Hobi. Eine, die vollends geglückt ist.