Fussball
Überraschende Trainerwahl in Schlieren

Ein Neuling in der Frauenszene wird Trainer des NLA-Teams. Mircea Schaich ist der Mann, der die Frauen-Fussdballerinnen vor dem Absteig retten soll. Zu seiner Aufgabe sei er gekommen wie die Jungfrau zum Kinde.

Raphael Biermayr
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Schlieremer NLA-Fussballerinnen

Schlieremer NLA-Fussballerinnen

Mircea Schaich ist ein offener Typ. Einer, der sein Herz auf der Zunge trägt. Zu den Spekulationen der
Onlineplattform regional-fussball.ch, wonach er der neue Trainer der Schlieremer NLA-Fussballerinnen ist, sagt er: «Ja, ich bin es – und dazu gekommen wie die Jungfrau zum Kind.» Der frühere B-Junioren-Trainer und Klubhauswirt des FC Dietikon soll die Schlieremerinnen vor dem Abstieg retten. Er tritt die Nachfolge von Monica Di Fonzo an, die mit ihrer fordernden, manchmal distanzierten Art nicht weiterkam beim Aufsteiger und nach nur sechs Monaten den Dienst quittierte.

Beat Studer als Türöffner

Der Unterschied zwischen Di Fonzo und Schaich könnte kaum grösser sein. Der 41-Jährige ist ein Trainer, der auf die Nähe zum Team setzt, das Kumpelhafte. «Meine Methoden sind unkonventionell, aber erfolgreich», sagt Schaich, der sich hörbar freut, nach anderthalb Jahren Pause – letzte Station war Neuenhofs 4.-Liga-Team – wieder ein Team zu übernehmen. Seine joviale Art erinnert stark an die von Beat Studer, der die erste und dritte Mannschaft der Schlieremer Männer coacht. So ist es kein Wunder, dass der Grund für Schaichs überraschendes Comeback auf der Limmattaler Fussballbühne mit der Person von Studer zusammenhängt. Dieser hat ihn vor Jahren bereits von Wettingen nach Dietikon geholt. «Studi rief mich an und fragte, ob ich mir vorstellen könnte, wieder etwas zu machen. Ursprünglich war eine Aufgabe im Nachwuchs vorgesehen. Dann eröffnete sich plötzlich die Möglichkeit mit dem NLA-Team.»

Der Aargauer sei sofort Feuer und Flamme gewesen. Dass er bei einer Mannschaft aus der höchsten Liga vielleicht am falschen Ort für seine erste Erfahrung in der Frauenfussballszene ist, glaubt er nicht. «Ich habe nach 22 Jahren als Trainer genug Selbstvertrauen, um zu sagen: Ich weiss, was ich tue und wovon ich rede. Es wird bei den Frauen klappen – wenn sie verstehen und umsetzen können, was ich von ihnen verlange.» Als Erstes gelte es «ihnen die Freude am Fussball wieder zu vermitteln», das sei die Grundlage für Erfolg. Erfolg bedeutet im Falle von Schlieren, den Verbleib in der NLA zu bewerkstelligen. Der Cup ist Beigemüse. Schaich hat einen Vertrag bis zum Ende der Saison unterzeichnet. «Was danach kommt, hängt von den nächsten Monaten ab. Ich werde mich anschliessend mit Anita zusammensetzen und weiterschauen. Bis dahin mache ich mir keine Gedanken darüber.» «Anita» ist Sportchefin Lindegger, sie war gestern nicht für eine Aussage zum neuen Trainer zu erreichen.

«Ein echter Neustart»

Vorbereitungszeit blieb dem Mann mit dem rumänischen Vornamen kaum, morgen leitet Schaich sein erstes Training, bevor am 18.Februar die Meisterschaft weitergeht. Er habe sich während der letzten Tage umgehört, was ihn in Schlieren erwarte, unter anderem beim früheren Trainer Giuseppe Capozzolo. Vom Kader kenne er nur Rahel Lattmann und Ersatztorhüterin Marilena Tufaro aus früheren Tagen. Schaich sieht darin einen Vorteil: «Die Mannschaft kann einen echten Neustart machen.»