2.Liga
Überforderter FC Urdorf wird von Wiedikon überrannt

Die «Stiere» unterlagen Wiedikon im Utogrund 0:2 in der 2.Liga. In der ersten Halbzeit heillos überfordert, hatten sie den Wiedikern kaum etwas entgegenzusetzen. Nicht einmal in der zehnminütigen Nachspielzeit gabs gefährliche Szenen.

Raphael Biermayr
Merken
Drucken
Teilen
Übertölpelt: Wiedikons Stephan Niedecken trifft an Iellamo, Mühle und Jenny (v. l.) vorbei zum 1:0.bier

Übertölpelt: Wiedikons Stephan Niedecken trifft an Iellamo, Mühle und Jenny (v. l.) vorbei zum 1:0.bier

Vielleicht haben einige Urdorfer heute Morgen Nackenstarre. So oft mussten sie im Match gegen Wiedikon den Kopf drehen und schütteln. Nach einem vielversprechenden Start – Altmeister Leandro Cicolecchia verpasste knapp – blieb ihnen nur noch die Zuschauerrolle. Die Stadtzürcher spielten die Limmattaler in ihrer Temporärheimat Utogrund an die Wand, die sehr offensive Aufstellung mit zwei Stürmern und zwei hochstehenden Aussenläufern machte sich bezahlt. Den Urdorfern unterliefen unter dem Druck unzählige Fehler. Davor war auch Captain Thomas Jenny nicht gefeit. In der 6. Minute schlug der Innenverteidiger ein Luftloch und verhalf dem überragenden Besnik Krasniqi zu einem weiteren Durchbruch auf der linken Seite. Stephan Niedecken scheiterte mit seinem Abschluss an Torwart Giandomenico Iellamo. Der Stürmer musste sich nur kurze Zeit gedulden, bevor er doch noch jubeln durfte: Zwei Zeigerumdrehungen später führte dieselbe Kombination zum 1:0.

Zeit zum Durchatmen blieb den Gästen kaum. 13 Minuten später war der Ball nach einem Freistoss wieder im Netz. Der Schiedsrichter entschied allerdings auf Abseits. Davon liessen sich die Gastgeber nicht aus dem Konzept bringen. In der 33. Minute wurde Dominic Galindo auf der linken Seite erneut überrannt, in der Mitte freute sich Fabio Micelli, dass sich Bruno Frei und Thomas Jenny nicht über seine Bewachung einig waren – 2:0.

Man darf den Urdorfern zugute halten, dass sie sich nicht aufgaben. In der zweiten Halbzeit hatten Mühle (50.) und Cicolecchia (60.) zwei aussichtsreiche Möglichkeiten zum Anschlusstreffer.

Zwei Platzverweise gegen Wiedikon

Letztlich fehlte aber die Durchschlagskraft. Das war vor allem in der Schlussphase augenscheinlich, als sie mit zwei Mann mehr spielten: Der eingewechselte Leandro Stirnemann sah die rote Karte nach einem überharten Einsteigen gegen Urdorfs Denker und Lenker Fahrudin Adilovic, der sich in dieser Situation verletzte. Ebenfalls vom Platz musste Francesco Marino nach einer darauffolgenden Rangelei.

In der zehnminütigen Nachspielzeit hatten die Gäste keine einzige gefährliche Szene, es regierten der Eigensinn und der Frust. So stand für die Limmattaler am Ende ein missratener Ausflug – ein Dämpfer angesichts der teilweise begeisternden und erfolgreichen Auftritte in den letzten Wochen. Allerdings: Aufgrund der selten gesehenen Überforderung während der ersten Halbzeit kann man wohl von einem Ausnahme-Auftritt sprechen.