«Ein bisschen mehr nach rechts», meint Ishan Ilangakoon an diesem regnerischen Samstagabend. «Dann wäre der Ball vielleicht reingegangen.»

Ilangakoon spricht von der Szene in der 5. Minute, als er nach einem Eckball freie Schussbahn hat. Wädenswils Schlussmann Alan Pechklai wehrt den Ball jedoch ab. Hätte er es nicht getan, hätte es bereits 2:0 für die Urdorfer gestanden. Doch stattdessen müssen die Limmattaler erst den Ausgleich hinnehmen und nach ihrem späten Führungstreffer auch noch das 2:2 in der Nachspielzeit. Und das trotz der Überlegenheit in der Startphase.

«Das Unentschieden fühlt sich wie eine Niederlage an», gibt Ilangakoon zu. «Und natürlich ärgere ich mich über die verpasste Torchance.» Aber Ilangakoon ist keiner, der lange mit solchen Enttäuschungen hadert. Man habe gegen den Tabellenführer immerhin einen Punkt geholt.

Nicht zuletzt dank dem 21-jährigen Verteidiger, der in der Defensive besonders in der zweiten Halbzeit das Passspiel der Wädenswiler gestört und damit mögliche Torchancen vereitelt hat.

Ein bescheidener Chef

Ilangakoons Spielweise wird auch von seinem Trainer André Wiederkehr gelobt: «Er hat gute Fähigkeiten, ist technisch gut und kopfballstark.» Und: Wiederkehr baut auf den jungen Verteidiger und möchte ihm mehr Verantwortung übertragen. Bereits jetzt gibt Ilangakoon seinen Vorderleuten Anweisungen, auch im Spiel gegen Wädenswil.

Die Rolle des Chefs in der Defensive gefällt ihm offensichtlich. Allerdings möchte er seinen Anteil daran auch nicht überwerten. «Ich versuche zusammen mit Thomas Jenny, die Mannschaft zu führen», erklärt er und lächelt bescheiden.

Angst vor eigenem Erfolg

Dass das nicht immer ganz einfach ist, beweist die Partie gegen Wädenswil. Und vor allem die Schlussphase, in der die Urdorfer so wirken, als hätten sie Angst vor dem eigenen Erfolg, obwohl sie als Absteiger aus der 2. Liga eigentlich nichts zu befürchten haben. Doch die Favoritenrolle ist auch keine leichte, wie Ilangakoon bestätigt: «Letzte Saison haben wir gegen den Abstieg gespielt, und in dieser Saison müssen wir das Spiel machen. Das ist viel schwieriger.»