Fussball
Trotz Urdorfs 2:2 gegen den Leader: «Es fühlt sich wie eine Niederlage an»

Der FC Urdorf holt gegen den 3.-Liga-Tabellenführer Wädenswil in der Gruppe 1 zu Hause einen Punkt. Den entscheidenden Treffer erzielten die Gäste Sekunden vor Schluss.

Michel Sutter
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Aufraffen und wieder nach vorne blicken: Urdorfs Ishan Ilangakoon will nicht zu lange hadern. Michel Sutter

Aufraffen und wieder nach vorne blicken: Urdorfs Ishan Ilangakoon will nicht zu lange hadern. Michel Sutter

«Ein bisschen mehr nach rechts», meint Ishan Ilangakoon an diesem regnerischen Samstagabend. «Dann wäre der Ball vielleicht reingegangen.»

Ilangakoon spricht von der Szene in der 5. Minute, als er nach einem Eckball freie Schussbahn hat. Wädenswils Schlussmann Alan Pechklai wehrt den Ball jedoch ab. Hätte er es nicht getan, hätte es bereits 2:0 für die Urdorfer gestanden. Doch stattdessen müssen die Limmattaler erst den Ausgleich hinnehmen und nach ihrem späten Führungstreffer auch noch das 2:2 in der Nachspielzeit. Und das trotz der Überlegenheit in der Startphase.

«Das Unentschieden fühlt sich wie eine Niederlage an», gibt Ilangakoon zu. «Und natürlich ärgere ich mich über die verpasste Torchance.» Aber Ilangakoon ist keiner, der lange mit solchen Enttäuschungen hadert. Man habe gegen den Tabellenführer immerhin einen Punkt geholt.

Nicht zuletzt dank dem 21-jährigen Verteidiger, der in der Defensive besonders in der zweiten Halbzeit das Passspiel der Wädenswiler gestört und damit mögliche Torchancen vereitelt hat.

Ein bescheidener Chef

Ilangakoons Spielweise wird auch von seinem Trainer André Wiederkehr gelobt: «Er hat gute Fähigkeiten, ist technisch gut und kopfballstark.» Und: Wiederkehr baut auf den jungen Verteidiger und möchte ihm mehr Verantwortung übertragen. Bereits jetzt gibt Ilangakoon seinen Vorderleuten Anweisungen, auch im Spiel gegen Wädenswil.

Die Rolle des Chefs in der Defensive gefällt ihm offensichtlich. Allerdings möchte er seinen Anteil daran auch nicht überwerten. «Ich versuche zusammen mit Thomas Jenny, die Mannschaft zu führen», erklärt er und lächelt bescheiden.

Angst vor eigenem Erfolg

Dass das nicht immer ganz einfach ist, beweist die Partie gegen Wädenswil. Und vor allem die Schlussphase, in der die Urdorfer so wirken, als hätten sie Angst vor dem eigenen Erfolg, obwohl sie als Absteiger aus der 2. Liga eigentlich nichts zu befürchten haben. Doch die Favoritenrolle ist auch keine leichte, wie Ilangakoon bestätigt: «Letzte Saison haben wir gegen den Abstieg gespielt, und in dieser Saison müssen wir das Spiel machen. Das ist viel schwieriger.»

Perfekter Start, bitterer Ausgang

Die Partie gegen Wädenswil hätte für die Urdorfer fast nicht besser beginnen können. Bereits in der 4. Spielminute traf Davide De Luca mit einem strammen Schuss in die Torecke zum 1:0. Urdorf blieb in der ersten Hälfte spielbestimmend, nutzte aber seine Möglichkeiten nicht. Kurz nach der Pause kassierte André Wiederkehrs Team den Ausgleich, kam aber vier Minuten vor dem Ende der Partie zum viel umjubelten 2:1. Das Spiel schien schon entschieden, als Marco Walter in der 93. Minute einen Ball ins eigene Netz spedierte. «Das ist ein ärgerlicher Punktverlust», fand Wiederkehr. «Wir hatten genug Chancen, um das Spiel zu entscheiden.» Zudem sei er mit der Spielkultur nicht zufrieden: «Wir müssen gepflegteren Fussball spielen.» Immerhin habe man die Partie nicht verloren, «das war wichtig.» Der Rückstand der Urdorfer auf Wädenswil beträgt nach wie vor fünf Punkte.