Handball
Trotz Niederlage einen Schritt vorwärts gekommen

Die Frauen 1 des HC Dietikon-Urdorf mussten gegen Arbon eine Niederlage einstecken. Trotzdem kann ein Aufwärtstendenz gegenüber den vergangenen Spielen ausgemacht werden.

Marco Wyttenbach
Merken
Drucken
Teilen
Marco Wyttenbach kann sich trotz der Niederlage gegen Arbon an einer guten Leistung erfreuen.

Marco Wyttenbach kann sich trotz der Niederlage gegen Arbon an einer guten Leistung erfreuen.

Michel Sutter

Arbon lag rein von der Spielstärke her in Reichweite. Das wusste man vor dem Spiel aufgrund der Resultate und auch nach dem Spiel aufgrund der Leistungen. Als Trainer freut man sich selten ab Niederlagen, aber nach diesem Spiel hatte man immerhin die Gewissheit: das F1 kann Handball spielen - und zwar richtig gut. Aber Arbon war zu abgeklärt und das F1 hatte heute ein einziges Problem: die Chancenauswertung. In einem Spiel 24 Tore kassieren ist gut, aber nur 21 machen ist zu wenig. Deswegen fassen wir das Spiel im Konjunktiv zusammen: es wäre mehr dringelegen!

Das Spiel begann gut, gleich von Beginn an legten beide Teams mit einer guten Intensität los und das F1 konnte in Führung gehen. Arbon, mit zahlreichen ehemaligen SPL-Spielerinnen am Werke, liess sich aber nicht lumpen und steigerte die Kadenz. Der HCDU zeigte sich ab der fünften Minute etwas beeindruckt von der gegnerischen Stärke und der phyisischen Präsenz mit dem schwer überwindbaren 6:0.

Die bewegliche Defensive des F1 stand gegenüber den vorherigen Spielen stark verbessert, aber zu Beginn noch nicht optimal. Arbon war noch frisch genug, um Tor um Tor vorzulegen. Plötzlich hatte sich der Spielstand von 2:1 auf 4:11 bis Mitte der ersten Halbzeit verändert. Die Gäste begannen, sich wieder über alles aufzuregen und darob den Handball eher als sekundär zu betrachten. Mit einem TimeOut wurde das Bild wieder etwas zurechtgerückt, was sofort Wirkung zeigte.

Arbon hatte sich etwas zurückgelehnt, unter anderem auch weil sie konditionell massiv abbauten. Gleichzeitig besannen sich die Limmattalerinnen jetzt endlich darauf, gemeinsam Handball zu spielen. Und zwar fehlerfrei. Es entwickelte sich ein tolles Spiel auf einem guten Niveau, was der HCDU leicht zu seinen Gunsten gestalten konnte. Bis zur Pause war der Vorsprung der Gastgeber auf zwei Törchen gesunken.

Der Vorteil der Krankheit

Das F1, heute angetreten mit vielen halb kranken oder gerade wieder genesenen Spielerinnen, machte sich eine Eigenschaft von Krankheit zu Nutzen: niemand studierte, wieso sie etwas tat, sie tat es einfach. Halt einfach Unbeschwertheit, die man in Zukunft noch viel öfters sehen will beim F1. Man ging also mit einem Rückstand von 13:15 in die Pause, nicht bedingt durch schlechte Abwehrarbeit, sondern mangelnde Chancenauswertung. Das sollte sich noch rächen. Nebenbei: Die Torhüterin des F1 wehrte alle drei Siebenmeter in dieser Halbzeit souverän ab.

Eben, die Chancenauswertung der ersten Halbzeit... Das Spiel in der zweiten Halbzeit war geprägt von noch besserer Defensivarbeit beider Teams, beim F1 leider mit dem einen oder anderen kurzzeitigen Aussetzer, der zu einem zu einfachen Tor führte. Trotzdem kassierte man in diesen zweiten 30 Minuten nur neun Tore gegen ein druckvoll, aber teilweise auch ratloses Arbon, das auch in dieser zweiten Halbzeit keinen Siebenmeter verwandeln konnte.

Die Limmattalerinnen scheiterten aber in dieser zweiten Halbzeit zu oft am gegnerischen Goalie oder nahmen etwas zu riskante Abschlusspositionen, anstatt den Ball noch einmal laufen zu lassen. Immerhin, fünf von sechs Siebenmetern konnten über das ganze Spiel verwandelt werden, was dem Team dabei half, das Ergebnis ausgeglichen zu gestalten.

Mehrere Male hatte das F1 die Gelegenheit, wieder auf ein Tor aufzuschliessen, konnte den Anschlusstreffer aber nicht realisieren. Die Kräfte liessen auch beim HCDU nach, sodass das Tempo in den letzten zehn Minuten nicht mehr verschärft werden konnte. Das Spiel endete mit einem 21:24 aus Sicht des HCDU und der Einsicht, dass viel mehr möglich gewesen wäre.

Es ist sehr wichtig, dass das F1 diese Niederlage positiv sieht. Natürlich ist es erlaubt, fünf Minuten enttäuscht zu sein, weil «mehr dringelegen wäre» - aber man muss sich auch am direkten Vergleich zu den ersten Spielen halten: viel weniger Fehler, viel bessere Defensive, viele Bälle erobert ohne sie gleich wieder zu verlieren, viel höhere Intensität und Druck zum Tor. Alles viele gute Dinge, auf denen aufgebaut werden muss.