Es war schlimm, was sich einige Minuten nach dem Ende der Partie auf der Altstetter Buchlern ereignete. In einem primitiven Akt schlug Kosova-Torhüter Arsim Bunjaku Dietikons Matchwinner Marco Bolli nieder. Hinterhältig eingesprungen, mit voller Wucht.

Zuvor war der Limmattaler Abwehrspieler mit Zahir Idrizi im Clinch gelegen. Bolli - bezüglich verbaler Provokation kein Kind von Traurigkeit - hatte während der Partie laut moniert, dass ihn der Stürmer angespuckt hätte. Als die beiden nach dem Ende erneut aufeinandertrafen, packte Idrizi sein grösser gewachsenes Gegenüber an der Gurgel, Bolli schlug seine Hände weg, ehe Mitspieler die Streithähne trennen konnten. Dann rauschte Arsim Bunjaku aus dem Hintergrund heran und streckte Bolli nieder.

Verein in Verruf gebracht

Der von Oerlikon/Polizei zurückgekehrte Torhüter erwies damit nicht nur seinem Team einen Bärendienst - eine lange Sperre ist unumgänglich - er brachte in der öffentlichen Meinung auch den Verein in Verruf, der seit den Vorkommnissen rund um einen 3.-Liga-Spielabbruch in Birmensdorf im Oktober 2006 nie mehr negativ in die Schlagzeilen geraten war, sondern durch sportliche Taten und seinen erstaunlichen Zuschauerzahlen bestach.

Die Fingerzeiger waren jedenfalls schnell zugegen. «Das ist typisch für die!», riefen geschockte Zuschauer in Richtung der Kosova-Spieler. Der Speaker war derweil bemüht, darauf hinzuweisen, dass «solche Szenen hier beim FC Kosova nicht üblich sind».

Die Dietiker Verantwortlichen gingen nach diesen Tumulten in die Schiedsrichterkabine, um Referee Dario Marcantonio, der im Moment des Geschehens nicht mehr auf dem Platz war, den Vorfall zu melden. Gemäss Sportchef Pietro Iellamo erwäge Bolli ausserdem eine Zivilklage.

Starke zweite Halbzeit

Bei alledem drohte das Wichtigste in Vergessenheit zu geraten: der zweite deutliche Erfolg des FCD gegen den selbst ernannten Aufstiegsfavoriten. Dem 6:1 in der Vorrunde liessen die dezimierten Limmattaler ein 4:1 folgen. Dabei nahmen sie vor dem Seitenwechsel etwas Glück in Anspruch. Die Gastgeber machten Druck auf die aus der Not geborene Dietiker Abwehr, in der nur der neuverpflichtete Torwart Shqiptar Hamdiu sicher agierte.

Altin Gashi brachte die Gäste überraschenderweise in Führung (27.). In der Folge legten die Gastgeber noch eine Schippe drauf. Idrizi schoss vom Elfmeterpunkt neben das Tor (30.), ehe eine herrliche Kombination über Shqiprim Thaqaj, Gojar Gjergji und Nesret Ljimani zum hochverdienten Ausgleich führte (41.).

Nach der Pause agierten die Gäste erstaunlich abgeklärt. Die Verteidigung funktionierte plötzlich als hätte sie schon immer zusammengespielt. Und davor zeigten Captain Arsim Shala und Neuzugang Romeo Rifino eine tadellose Partie. Ein Kontertor des ebenfalls in der Winterpause verpflichteten Luca Dimita brachte den FCD auf die Siegerstrasse. Den magistralen Pass auf den Torschützen hatte Marco Bolli gespielt. Dieser erhöhte das Skore per Elfmeter (77.) und per Ablenker nach einem Freistoss (86.) auf 1:4.

«Das war schön heute», sagte der als Torgarant verpflichtete Dimita nach dem Schlusspfiff. Es folgte das unschöne Nachspiel.