Fussball
Traum vom Aufstieg? Das sagt der neue Schlieren-Trainer

Davide Molinaro (33) wird in der kommenden Saison den erfolgreichen Zweitligisten FC Schlieren trainieren. Er will den Kader verjüngen und aufstocken – eine Kampfansage.

Fabian Sanginés
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Davide Molinaro auf dem Schlieremer Zelgli.

Davide Molinaro auf dem Schlieremer Zelgli.

Sanginés

Man braucht nicht lange, um von der Vorfreude Davide Molinaros, dem neuen Trainer des FC Schlieren, überzeugt zu sein. Seine Augen funkeln, wenn er von der neusten Herausforderung in seiner noch jungen, erst zweijährigen Trainerkarriere spricht: «Das Kribbeln ist jetzt schon da, obwohl die Vorbereitung erst in etwa einem Monat beginnt.»

Und Molinaro untermauert seinen Tatendrang dadurch, dass er bereits mehrere Einzelgespräche mit Spielern der Limmattaler geführt hat.

Seine Laufbahn als Trainer wurde dem 33-Jährigen quasi aufgezwungen – im August 2012 zog er sich eine schwere Knieverletzung zu. Bald merkte er, dass es schwierig wird, an seine alte Form anzuknüpfen, und entschied sich, die Fussballschuhe als Aktiver an den Nagel zu hängen.

Gespräche mit Kilchberg-Rüschlikon

So ganz ohne das runde Leder konnte Molinaro jedoch nicht, weshalb er sich entschied, die zweite Mannschaft des FC Thalwil zu trainieren. Mit Erfolg: Gleich zweimal in Folge führte er die Reserve des Seeklubs in der 3. Liga auf den dritten Rang, wodurch bald alte Weggefährten auf ihn aufmerksam wurden.

So war der Key Account Manager auch bei seinem Ex-Klub Kilchberg-Rüschlikon im Winter, wie auch für kommende Saison im Gespräch.
Weil auch der Kontakt zum einstigen Weggefährten Mauro Fulginei, dem heutigen Schlieren-Präsidenten, nie abgebrochen ist, wurde Molinaro bald zum Wunschkandidaten des Zweitligisten.

«Die Gespräche waren grossartig, wir hätten vier, fünf Stunden über Fussball reden können», sagt der neue FCS-Trainer. Endgültig überzeugt hat er sich jedoch beim 4:2-Auswärtssieg der Limmattaler gegen Höngg 2: «Ich war richtig beeindruckt ob der Mentalität und des Siegeswillens dieses Teams.» Dies war der letzte Anstoss, seine Unterschrift unter den Einjahresvertrag zu setzen.

Eine echte Wundertüte

Ehemalige Mitspieler bezeichnen den Fussballer «Moli» als Stürmer «zwischen Genie und Wahnsinn, als eine echte Wundertüte». Molinaro selbst gibt an, dass er sich nicht immer hätte spielen lassen. Diese Erfahrung komme ihm nun zugute: «Ich habe mich oft nicht verstanden gefühlt. Dadurch kann ich mich in ähnliche, schwierige Spielertypen hineinversetzen.»

Sorrentino und Hani sind weg

Vor dem Trainingsstart am 13. Juli wartet auf den Besitzer des B-Diploms noch einiges an Arbeit. Der rund 18 Mann starke Kader soll auf 22 hochgeschraubt werden. Immer wieder betont Molinaro, dass die Arbeit mit der zweiten Mannschaft und den Junioren intensiviert, das Team verjüngt werden soll.

Die schwergewichtigen Abgänge Sefket Hani und Giuseppe Sorrentino sollen also nicht durch namhafte Cracks, sondern durch junge, hungrige Spieler ersetzt werden.

Wohl auch deshalb will der neue Übungsleiter auf der Zelgli nichts vom Aufstieg wissen, auch wenn seine zukünftigen Schützlinge zuletzt acht Siege in Folge feiern konnten.

Das Hauptziel der Mitte August startenden Spielzeit sei, sich zu finden und den dritten Platz zu verteidigen. Wer sich jedoch länger mit dem ehrgeizigen Molinaro unterhält, der wird den Verdacht nicht los, dass im Hinterkopf der Traum von der Promotion umhergeistert.

Es wäre keine Utopie.