Leichtathletik
Titelschmunzeln bei Schenkel und Hundertstelärger bei Gugerli

Reto Amaru Schenkel präsentierte sich auf der 60 m kurzen Hallengeraden in der Halle «End der Welt» in Magglingen in bester Laune und gewann die Prestigeprüfung der nationalen Titelkämpfe vor Pascal Mancini und Bastien Mouthon.

Jörg Greb
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Reto Amaru Schenkel (vorne) sprintet in Magglingen überlegen zum Sieg im 60-m-Final.

Reto Amaru Schenkel (vorne) sprintet in Magglingen überlegen zum Sieg im 60-m-Final.

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Nicht nur die Siegerzeit von 6,70 Sekunden befand der Dietiker als befriedigend, sondern das Resümee aller drei Samstagrennen mit Vorlauf, Halbfinal und Final: «Einen besseren Schnitt habe ich noch nie erreicht.» 6,723 Sekunden betrug dieser. «Ich konnte die Arbeit aus dem Training umsetzen», befand Schenkel.

Dass es nicht noch ein wenig besser ging im Final, führte er auf «einen Holperer» zurück, einen nicht ganz runden Bewegungsablauf. Aber, so der 25-Jährige, «ich bin überrascht und bin glücklich.» Nicht spezifisch hatte er sich zusammen mit Trainer Laurent Meuwly vorbereitet. Der Hallensaison schenkt das Duo untergeordnete Priorität. Sie dient mehr als Auflockerung. Dass Schenkel trotzdem derart gut in den Wettkampf hineingefunden hat, führt er auf die Erfahrung zurück. Und die Fokussiertheit: «Der folgende Sommer mit den Heim-Europameisterschaften in Zürich motiviert riesig.»

Mehr ausgerechnet hatten sich hingegen die beiden andern ambitionierten Limmattaler Topsprinter: Titelverteidiger Rolf Fongué und Steven Gugerli. Fongué, zuvor Saisonbester, verpasste nach 6,88 und 6,86 Sekunden im Vorlauf und Halbfinal den Zeitpunkt fürs Einfinden am Stellplatz für den Final. Folgedessen wurde er ausgeschlossen und seine Medaillenambitionen waren schon vor dem Start dahin.

Das wäre die Möglichkeit gewesen für Steven Gugerli. Doch er verpasste sie. Zwei Hundertstel fehlten ihm mit den 6,84 Sekunden zu Bronze. Er haderte: «Ich touchierte den neben mir gestarteten Suganthan Somasundram in der Startphase.» Nicht ohne Sarkasmus fügte er hinzu: «Merkwürdig, wenn du nicht am Dünnsten aller Mitkonkurrenten vorbeikommst.» Nach diesem Malheur fand Gugerli nie mehr ins Rennen, erreichte den «Topspeed nicht mehr».

Erstaunen vermochte ihn dies allerdings nicht: «Ein solcher Hallensprint ist so schnell vorüber, da muss jeder der 30 Schritte sitzen.» Gugerli bedauerte, dass «ich meine Stärke nicht ausspielen konnte». Ihm blieb nichts anderes übrig, als sich mit der Enttäuschung zu arrangieren und sich am Halbfinal aufzubauen. «Jenes war sehr locker, sehr kontrolliert, immer schön vor Mancini», sagt er. Ohne bis zum letzten Meter zu pushen, wurde er da in 6,85 Sekunden gestoppt.