Mit 3:2 besiegte OneTouch am vergangenen Sonntag Atletico Bern an einem Turnier im Herrliberg. Damit sicherten sich die Fussballer den dritten Schlussrang, aber was noch viel wichtiger ist: Sie qualifizierten sich wieder für die Finalrunde des Indoor Soccer Cup, dem grössten Hallenturnier der Schweiz, das am 12. Februar ebenfalls in Herrliberg ausgetragen wird. Dieses Turnier haben sie letztes Jahr gewonnen.

Gegründet im Jahre 2010, dominiert OneTouch die Deutschschweizer Hallenturnierszene. Mit Adijan Keranovic, Shqiptar Hamdiu, Boris Dabic und Labinot Osmani bilden vier im Limmattal bekannte Gesichter den Kern des Teams: Während Keranovic aktuell bei YF Juventus spielt, standen letztere drei einst allesamt in den Reihen des FC Dietikon.

Das schöne Spiel

Der Name OneTouch ist bekannt und berüchtigt, schliesslich ist er Programm: Inspiriert vom spanischen Spielstil «Tiki Taka» begeistern die Spieler mit schnellen, direkten Passspiel, ansehnlichen Kombinationen und einer Menge Spielwitz. «Attraktiver, schneller Fussball ist uns wirklich wichtig. Der Spassfaktor ist dann umso grösser, die Zuschauer haben mehr Freude und gewinnen tun wir damit auch», begründet Dabic die Spielweise und muss dabei grinsen.

Schöne Kombinationen und sehenswerte Einzelaktionen vom OneTouch-Team

Schöne Kombinationen und sehenswerte Einzelaktionen vom OneTouch-Team.

Er wird es wohl wissen. Huscht den Zuschauern doch immer wieder ein Lächeln übers Gesicht, wenn er mit feinen Finten seine Gegenspieler mal um mal alt aussehen lässt. Die Belohnung folgt jeweils prompt in Form eines ehrfürchtigen Raunens und Szenenapplaus.

Spektakulär zu spielen, um dann in Schönheit zu sterben, ist jedoch keineswegs das Ziel. So fehlt es dem OneTouch-Spiel auch nicht an der nötigen Kaltblütigkeit, denn die Mannschaft ist titelhungrig. Zweimal gewannen sie bereits den renommierten Malesia-Cup in der Stadthalle Dietikon.

Ein Best-Of von OneTouch.

Ein Best-Of von OneTouch.

Ihren bisher grössten Erfolg feierten die drei Ex-Dietiker im vergangenen Jahr mit dem Gewinn des mit 5000 Franken dotierten Indoor Soccer Cup, an dem immerhin 160 Mannschaften teilnahmen. Auch die Ehre des «Spielers des Turniers» wird häufig einem Akteur der OneTouch-Auswahl zuteil, häufig dem Techniker Dabic oder dem Torjäger Osmani. In der Kategorie «Bester Torhüter» gewinnt oft Hamdiu.

Keine «Grümpi»-Atmosphäre

«Grümpi»-Hallenturniere fristeten in der Schweizer Fussballwelt lange Zeit ein Nischendasein. Es haftete ihnen generell der Ruf von nonchalantem «Tschüttele», Grobheit und hoher Verletzungsgefahr an. Doch wer sich die Spiele anschaut, wird vom hohen Niveau überrascht sein.

Die Betitelung «Grümpi» ist daher für viele Turniere etwas irreführend. Denn neben OneTouch gibt es eine Reihe weiterer guter Mannschaften, die stets an denselben Turnieren teilnehmen und für Spannung sorgen.

«Das Niveau ist wirklich hoch, deswegen gibt es für uns faktisch keine Wettbewerbspause. Kaum ist die Hinrunde auf dem Feld vorbei, geht es für uns in die Hallensaison. Es ist dann immer eine super Vorbereitung für die Rückrunde», erklärt Osmani, der ansonsten beim FC Spreitenbach spielt.

Torwart Hamdiu hebt seinerseits die Unterschiede vom Hallen- zum Rasenfussball hervor: «In der Halle kommen Technik und Taktik eine grössere Bedeutung zu. Die Spiele sind kürzer, dafür umso intensiver und spannender, denn jeder Fehler wird bestraft. Eine willkommene Abwechslung.»

Bevor die die Meisterschaftsrückrunde wieder beginnt und die OneTouch-Spieler in ihre jeweiligen Vereine zurückkehren, stehen noch einige Turniere auf dem Programm. «Wir wollen sicherlich noch das eine oder andere Turnier gewinnen. Und natürlich unseren Titel am Indoor Soccer Master verteidigen», gibt sich Osmani ehrgeizig.