Vor schöner Kulisse, mit Bergen und dem Silvaplanersee im Hintergrund, kämpften 190 Teilnehmer am Nordostschweizerischen Schwingfest (NOS) im Oberengadin um die begehrten Kränze. Ideale Wettkampfverhältnisse lockten 4800 Zuschauer nach Silvaplana. 16 Eidgenössische Kranzschwinger, darunter die Favoriten Arnold Forrer und Daniel Bösch aus dem NOS-Verband sowie Matthias Sempach und Christian Stucki vom Berner und Peter Imfeld und Andreas Ulrich vom Innerschweizer Verband sorgten für eine spannende Ausgangslage. Bis zur Mittagspause setzten sich Bösch, Sempach und Imfeld an die Ranglistenspitze, während Forrer mit einem Unentschieden gegen Ulrich und Stucki mit einer Minuspartie gegen Bösch etwas Terrain verloren.

Machtdemonstration

Im weiteren Wettkampfverlauf zeigte Bösch, dass er in einer Topverfassung ist. Souverän räumte der Unspunnensieger Peter Imfeld und Dominic Schneider aus dem Weg, womit er sich für den Schlussgang qualifizierte. Sein Finalgegner hiess Matthias Sempach der mit einer starken Leistung auftrumpfte. Im Schlussgang versuchte Bösch, den Berner Gast, auf Distanz zu halten. Dem St. Galler hätte nämlich dank einem Punktevorsprung ein Unentschieden zum Sieg gereicht. Sempach setzte aber zu einer eigentlichen Machtdemonstration an und gewann nach 4.17 Minuten mit Brienzer. Bösch belegte letztlich mit der gleichen Punktzahl wie Sempach Rang 1b.

Die Limmattaler Schwinger waren mit dem Duo Thomas Kammermann und Bernhard Götsch am Start. Nach den bisherigen Resultaten konnte sich vor allem Kammermann berechtigte Hoffnungen auf eine gute Platzierung machen. Der 24 jährige Sennenschwinger startete mit einem Plattwurf gegen Pascal Ott überzeugend in den Wettkampf. Im zweiten Gang trotzte er dem starken Peter Bühler mit geschickter Verteidigung ein Unentschieden ab. Einen Dämpfer musste Kammermann im dritten Gang hinnehmen. Er verlor gegen Marcel Kuster konnte aber anschliessend mit einem Sieg wieder Punkte gutmachen.

Damit war Kammermann wieder auf Kurs. Im fünften Gang bekam er mit Mike Peng ein Eidgenössischer Kranzschwinger vorgesetzt. Er führte den Kampf ambitioniert, fiel dann aber unglücklich zu Boden und verletzte sich dabei. Mit der Bahre musste er vom Platz getragen und anschliessend mit Verdacht auf eine Rückenverletzung ins Spital in Samedan eingeliefert werden.

Kammermann blieb allerdings von einer schweren Verletzung verschont. Nach einer MRI-Untersuchung gab Kammermann am Abend persönlich Entwarnung. Es sei nichts Schwerwiegendes passiert, er könne das Spital wieder verlassen. Für Bernhard Götsch lief es nicht wunschgemäss. Er verpasste den Ausstich knapp.