Mit der Qualifikation für den zweiten Tag erfüllte Thomas Kammermann die Erwartungen am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest. Für den Kranzausstich fehlte dem Schwinger aus dem Limmattal ein Sieg.

Die Erwartungen des für den Schwingklub Glatt- und Limmattal startenden Thomas Kammermann waren hoch. Obwohl es für den 25-Jährigen die erste Teilnahme für das Eidgenössische Schwingfest war, wollte sich Kammermann nicht mit einer Statistenrolle abgeben. Sein erklärtes Ziel für Burgdorf war sechs Gänge zu bestreiten und somit am Sonntag noch dabei zu sein. Kammermann startete am Samstag nicht optimal. Nach einem Unentschieden gegen Andi Murer und einer Niederlage gegen Hansjörg Gloggner kam er schon früh ins Hintertreffen. Ein Sieg im dritten Gang gegen Thomas Kropf hielt Kammermanns Chancen für ein Weiterkommen intakt. Gegen Guido Gwerder folgte ein offensiver Schlagabtausch, den er verlor. «Zuerst dachte ich, das wars. Erst später realisierte ich, dass es noch gereicht hat», sagte Kammermann. Mit der Minimalpunktzahl von 35.75 Punkten schaffte er die Qualifikation für den fünften und sechsten Gang.

Volles Risiko im sechsten Gang

76 Schwinger schieden nach dem ersten Tag aus, was für Kammermann eine noch stärkere Konkurrenz bedeutete. Am Sonntagmorgen musste er mit Christian Brand die Klingen kreuzen. Der animierte Gang endete gestellt. Im sechsten Kampf suchte Kammermann die Entscheidung. Nur ein Sieg hätte ihn noch in den Kranzausstich gebracht. «Um meine körperliche Unterlegenheit auszugleichen, muss ich relativ risikoreich schwingen.» Dies wurde Kammermann prompt zum Verhängnis. Er verlor und damit war der Wettkampf für den zweifachen Saisonkranzer nach sechs Gängen zu Ende.

Kranz für Fabian Kindlimann

Im Vorfeld wurden den Zürcher Schwingern keine grossen Chancen auf einen Kranzgewinn eingeräumt. Die Hoffnungen lagen vor allem beim Zürcher Oberländer Fabian Kindlimann und dem Winterthurer Samir Leuppi. Während Leuppi den Wettkampf nach einem Gang mit einer Schulterverletzung aufgeben musste, war Kindlimann und überraschend auch sein Klubkollege Christoph Odermatt bis zum Schluss im Rennen für den Kranz. Wie 2010 in Frauenfeld als der Bergdietiker Jodok Huber das begehrte Eichenlaub erkämpfte, holten sich die Zürcher wieder einen Kranz. Nach einem mässigen ersten Tag drehte Kindlimann mächtig auf. Es folgten drei Siege in Serie, unter anderen gegen den Eidgenossen Edi Kündig. Im letzten Gang genügte dem bald 23-jährigen Landwirt ein Unentschieden gegen Bernhard Kämpf. Odermatt hingegen musste seine Kranzträume im entscheidenden Gang mit einer Niederlage gegen Simon Anderegg begraben. Insgesamt erfüllten die Zürcher der Erwartungen. Von den 13 gestarteten Teilnehmern schieden acht Schwinger nach vier Gängen aus. Nach sechs Gängen kam das Out neben Kammermann auch für Roman Nägeli und Lukas Nigg.