Handball
Teuer verkauft und doch verloren: HCDU verliert gegen Leimental

Am letzten Sonntag ging es nach Leimental, zum aktuellen Leader und zurzeit stärksten und konstantesten Mannschaft der 1. Liga. Das Ziel, welches vor ein paar Wochen noch undenkbar gewesen schien, war es Punkte aus dem Baselbiet zu entführen.

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Ex-NLA-Spielerin Sara Kijewski (am Ball) und der HCDU verlieren. (Archivbild)

Ex-NLA-Spielerin Sara Kijewski (am Ball) und der HCDU verlieren. (Archivbild)

fotojaus.ch

Die Chancen dazu standen mit Blick auf die Leistungskurve gar nicht so schlecht und Leimental war sicher gewarnt. Mit einem gesunden Selbstvertrauen und einer guten Hand voll Fans im Rücken ging es in die erste Halbzeit.

Wie schon gegen Willisau gelang der Start hervorragend. Leimental, zu Beginn ohne die Topscorerin Bütikofer, sichtlich überrascht von der intensiven Deckungsarbeit und dem anschliessenden Tempogegenstoss. Es war dann auch nicht verwunderlich, dass Bütikofer schon sehr bald in das Spielgeschehen eingreifen musste um den Leinentalern die Stange zu halten. Den Zuschauern wurde in der ersten Halbzeit ohne Unterbruch ein riesen Spektakel geboten geprägt von schönen Angriffskombinationen, schnell und sauber ausgespielten Gegenstössen und eindrucksvollen Einzelaktionen auf beiden Seiten. Das Spiel war höchst spannend und die Führung wechselte andauernd, wobei keine der beiden Mannschaften jemals mehr als ein Tor in Front gelegen hat. Die Limmattaler zeigten viel Leidenschaft und auf dem Spielfeld wurde konzentriert gespielt verbunden mit sehr viel Freude und Spass. Jede gelungene Aktion wurde gefeiert und bei einer misslungenen Aktion einander neu motiviert.

Angriff ist die beste Verteidigung

Für einmal war der Angriff die eigentliche Waffe der Limmattalerinnen und der Rückraum setzte starken Druck auf die Verteidigung auf, so dass am Ende der Ball oft bei den Flügeln wieder fand, wo Yagura, Heierle und Dobitz die Dinger, wie wenn es das normalste der Welt ist, reinmachten und wenn es der Verteidigung gelang auch auf dem Flügel zuzuschieben, dann war da ja noch Kunze und Strebel am Kreis, die ebenso konstant einnetzten. Nach einer sehr ausgeglichenen ersten Halbzeit konnte sich kurz vor Ende Leimental das erste Mal mit zwei Toren distanzieren und so ging man mit einem 20:18 in die wohlverdiente Pause.

Die Punkte bleiben vorerst beim Leader

Nach der Pause wollte man an der Leistung der ersten Halbzeit anknüpfen, was in den ersten fünf Minuten nicht ganz gelang und man sich gleich mal mit 4:0, summa summarum mit einem Sechs-Tore-Rückstand zurechtfinden musste. Der Rückstand wurde einzig durch kleine Unkonzentriertheiten im Abschluss verursacht und dies auch nur bei ein paar Angriffen. Dies zeigt, wie nahe die beiden Teams auf Augenhöhe spielten und jede Kleinigkeit den entscheidenden Ausschlag geben konnte. So pendelte sich ein 3-4 Tore Rückstand ein. Wer jetzt dachte, dass unser F1 einknickt hat weit gefehlt, es wurde weite gekämpft und dem Zuschauer weiterhin super Kombinationen gezeigt, z.B. spielte Drack, gegen eine 6:0 Deckung, den Kreisläufer in der Mitte so stark frei, dass dieser sich mit 2m links und rechts ohne Gegner fand und so ideal zum Abschuss kam. Es wurde auch in der zweiten Halbzeit immer an den Sieg geglaubt und dafür gekämpft, dass am Ende etwas zu viel Risiko genommen wurde und so das Resultat in den letzten Minuten auf 40:31 hochgeschraubt wurde entspricht überhaupt nicht dem Spielverlauf, zeigt aber, dass sich Leimental zurecht ganz oben in der Tabelle befindet. Leimental, angeführt von Bütikofer und den beiden Mathys-Geschwister, konnten die Pace der Limmattalerinnen mitgehen und am Ende den Unterschied ausmachen.

Trotz der Niederlage war die Stimmung bei den Limmattalerinnen auch nach dem Spiel sehr gut und neben dem Kompliment, das sogar vom Gegner kam, konnte man sehr stolz sich so teuer wie möglich verkauft zu haben. Mit der immer noch anhaltenden Euphorie geht es jetzt nach Emmen, wo man an die gute Leistung anknüpfen will. Schaut man sich die Resultate der Emmener an, so sind diese sicher nicht zu unterschätzen und man kann sich wiederum auf ein spannendes gefasst machen.