Skiakrobatik
Tanja Schärer trainierte hart für ihre zweiten Olympischen Spiele

Die Urdorferin Tanja Schärer und ihre Kollegen von der Skiakrobatik-Nationalmannschaft trainieren den Sommer über traditionell auf der Wasserschanze des Jumpin in Mettmenstetten.

Raphael Biermayr
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Tanja Schärer auf dem Weg zum nächsten Sprung.

Tanja Schärer auf dem Weg zum nächsten Sprung.

bier

Am Beckenrand analysieren sie die Sprünge mit Trainer Michel Roth, der in einer Box steht und filmt. Aus der Ferne erinnert es an Ausdruckstanz, wenn er mit den Armen rudert. «Du musst den Arm runternehmen», sagt er zu Schärer, später spricht er von der Rotationsachse und dergleichen. Fachgespräche eben.

Freestyle-Masters am 18. August

Weltklasse-Skiakrobatik im Sommer? Das Jumpin Mettmenstetten machts möglich. Am 18. August misst sich dort im Rahmen eines offiziellen FIS-Sommerwettkampfs ein internationales Feld auf der Wasserschanze. Der Olympiasieger Alexei Grishin (Weissrussland) ist ebenso vertreten wie die Nummer zwei der Welt, Dave Morris aus Australien. Bei den Frauen tritt die Urdorferin Tanja Schärer unter anderen gegen die Australierin Samantha Wells an. Die Wettkämpfe dauern von 12 Uhr bis 18 Uhr, der Eintritt ist frei. (bier)

Die Anlage im Knonaueramt, das von Olympiasieger Sonny Schönbächler initiiert wurde, ist in die Jahre gekommen. Dennoch gehört es weiterhin zu den weltweit einzigen seiner Art und ist entsprechend begehrt.

Gegenwärtig trainieren neben den Schweizern die Weissrussen dort, in den kommenden Tagen werden Amerikaner und Australier erwartet. Am 18. August messen sie sich an Freestyle-Masters (siehe Box). Man kennt sich, die Szene ist familiär. Im Restaurant wickelt eine Weissrussin ihr Kind.

Ein spezieller Winter steht bevor

Tanja Schärer ist zwar erst 24 Jahre alt, gehört aber bereits zu den Routiniers. Es läuft die Vorbereitung auf ihre sechste Weltcupsaison. Die steht unter einem besonderen Stern: Es ist ein Olympia-Winter.

Am Austragungsort Sotschi gewann die Limmattalerin im vergangenen Winter eine von zwei Medaillen im Weltcup. 2010 war sie in Vancouver schon einmal am grössten Anlass der Welt. Damals war die Qualifikation eine Überraschung. Mittlerweile wäre es eine Nicht-Qualifikation.

Zum Stand der Vorbereitungen sagt Schärer: «Wir sind im Plan.» Bis zum Olympiafinal am 14. Februar wird Schärer noch Hunderte Sprünge absolvieren. Rund zwei Monate lang weiterhin in Mettmenstetten, wo ein jeder Versuch vom Geräusch auf Holz tretender Skischuhe angekündigt wird. Und das nicht zu knapp: 80 steile Tritte muss Schärer jeweils hochsteigen, um auf ihre Übungsschanze zu gelangen. Das Krafttraining erspart ihr das nicht.