Skiakrobatik

Tanja Schärer wieder zurück - Leidenszeit hat ihr gut getan

Will wieder hoch hinaus: Die Urdorfer Skiakrobatin Tanja Schärer ist nach ihrer neunmonatigen Verletzungspause wieder voller Tatendrang.

Will wieder hoch hinaus: Die Urdorfer Skiakrobatin Tanja Schärer ist nach ihrer neunmonatigen Verletzungspause wieder voller Tatendrang.

Nach neun Monaten Zwangspause ist die Urdorfer Skiakrobatin Tanja Schärer wieder zurück. Die vermeintliche Leidenszeit hat ihr gut getan, denn sie ist motivierter denn je.

Tanja Schärer, die Skiakrobatin aus Urdorf, sitzt da und lächelt. Sie wirkt glücklich, auch wenn sie über ihre vermeintliche Leidenszeit spricht. Neun lange Monate musste sie aufgrund einer Operation an der rechten Schulter pausieren, verpasste die komplette Saison 2014/2015.

Tanja Schärer im Training.

Tanja Schärer im Training.

Erst seit dem 23. Mai steht sie wieder oben auf der Schanze. Wer glaubt, Schärer durchlebte eine schwierige Zeit, wird von ihr schnell eines Besseren belehrt. «Rückblickend hat mir diese Pause nur gutgetan: Ich war noch nie so motiviert wie heute», erklärt sie und schiebt lachend nach: «Ausserdem war es auch schön, mal einen Winter ganz normale Dinge zu tun.»

Ein mögliches Karriereende geisterte der 26-Jährigen nur kurz durch den Kopf. Schnell wich dieser Gedanke jedoch der schweisstreibenden Arbeit am Comeback – und an der beruflichen Zukunft. «Es war ein optimaler Zeitpunkt, um die Berufsmatura zu beginnen», so Schärer, die zusätzlich noch als medizinische Praxisassistentin arbeitet. Rückblickend war die angerissene Bizepssehne fast schon ein schmerzhafter Glücksfall, kam also gewissermassen zum bestmöglichen Zeitpunkt.

Resultate zweitrangig

Wie gross die Motivation der zweifachen Olympiateilnehmerin ist, untermauert sie eindrücklich, indem sie im Training mal eben den Lay-DoubleFull-Tuck springt. Diesen dreifachen Salto, der letzte gehockt, mit einer doppelten Schraube in der zweiten Rückwärtsdrehung sind vor ihr erst vier Frauen gesprungen – eine deutliche Ansage an die Konkurrenz. Weil in dieser Saison kein Grossturnier ansteht, widmet Schärer den kommenden Winter der Perfektionierung dieses atemberaubenden Sprungs, Platzierungen seien zweitrangig.

Dennoch zeigt sich die einfache Silber- und zweifache Bronzemedaillengewinnerin im Weltcup ambitioniert: «Ich bin ein Wettkampftyp, und will das Beste aus mir herausholen. Wenn ich so weiterspringe wie in den letzten zwei Monaten, liegt in der kommenden Saison einiges drin.»

Viel wichtiger als die Weltcup-Resultate in den nächsten Monaten ist ihr jedoch die Vorbereitung auf Pyeongchang 2018, ihrer dritten Teilnahme an den Olympischen Winterspielen. Nach der Enttäuschung von Sotschi, wo die angeschlagene Schärer die Finalteilnahme verpasste, will sie der Welt auch auf der grösstmöglichen Bühne ihr Können zeigen. Dann sollen ihr die Freunde und Bekannten am Urdorferfäscht nicht mehr nur für die Teilnahme am Turnier auf die Schulter klopfen.

«Ich war schon zwei Mal an Olympia. Beide Male konnte ich am Tag X nicht die optimale Leistung abrufen. Das soll nicht noch einmal passieren», sagt Schärer und sie ist sofort wieder spürbar, diese unbändige Motivation, genährt von einer Leidenszeit, die eigentlich gar keine war.

Meistgesehen

Artboard 1