Ironman
Tagebuch zum Endspurt der Vorbereitung für Hawaii 2015

Jürg Mallepell fährt nach Hawaii, um dort den legendären Ironman zu absolvieren. Während seiner Vorbereitung führte ein Tagebuch und gewährt uns Einblicke in den Trainingsalltag.

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Team Mallepell will auch in Hawaii ein ansprechendes Ergebnis erzielen.

Team Mallepell will auch in Hawaii ein ansprechendes Ergebnis erzielen.

ZVG

Nach dem Ironman Switzerland in Zürich, galt es für mich in der Finalen-Vorbereitung für Hawaii die richtige Balance zwischen Belastung und Erholung nicht aus dem Fokus zu verlieren. Neben dem Training stellte sich auch die Frage, welche Wettkämpfe könnte ich noch sinnvoll in die Vorbereitung einfliessen lassen. Wettkämpfe auch deshalb, um mich mit vorgegebenen Zeitplänen auseinander zu setzen. Im Triathlon heisst das vor allem, früh aufstehen. In Frage kamen für mich Uster (Short), Locarno (70.3) und Murten (Short).

Uster, 29.8.2015

Dreimal erster, Swim / Bike / Run, und doch „nur“ zweiter! Wie konnte das passieren? Diese Frage stellte sich nicht nur mir, ich bin selten zu einem Resultat so ausgefragt worden. Leider kommen im Triathlon noch die Trans1 / Trans2 Zeiten dazu, und da habe ich noch gewaltiges Potenzial. Nicht dass man mich falsch versteht, doch in dieser Phase der Vorbereitung auf Hawaii ist mir ein gefühlt fehlerloser Wettkampf wichtiger, als die Platzierung. Uster hatte mich in Sachen Wechselzone wachgerüttelt, Locarno konnte kommen.

Locarno, 5.9.2015

Aufstehen um vier Uhr, Abfahrt um fünf Uhr, der Start in Locarno kostete mir die eine oder andere Stunde Schlaf. Doch der Aufwand sollte sich lohnen, und die volle Konzentration auf die Wechselzonen zeigte erste positive Resultate. Beim Swim/Bike- Wechsel habe ich immer noch Zeit verloren, doch ohne Socken geht bei mir gar nichts. Beim zweiten Wechsel konnte ich sogar Brigitte McMahon überholen, die Richtung begann zu stimmen. Zur Belohnung durfte ich in Locarno zum wiederholten Mal zuoberst auf das Podest klettern.

Murten, 19.09.2015

Wegen der unsicheren Wetterlage, stand mein Start in Murten bis zum Wettkampftag auf der Kippe. Wir entschlossen uns, am Morgen hinzufahren und uns vor Ort zu entscheiden. Alle Sorgen waren hinfällig, Murten erwartete uns mit optimalen Bedingungen. Wasser, Temperatur und Wind, alles im grünen Bereich. So stand einem Start, nach einer letzten harten Trainingswoche, nichts mehr im Wege.

Mit der Umsetzung bin ich mehr als zufrieden. Sieg, und 15 Sekunden schneller als 2013. Ich kam als achter aus dem Wasser, verliess die Wechselzone als 13ter und konnte diese Position, auf der Radstrecke verteidigen. Dass ich im Laufen den Speed der Shortspezialisten nicht mitgehen konnte, war mir klar. In meiner AK reichte der Rhythmus trotzdem zum besten „run-split“. Im Ziel wurde ich als „Triathlon-Urgestein“ angekündigt, mir fehlten die Worte.

Noch ein Wort zum bike-split. Wenn du als 13ter Overall unterwegs bist, wird die Luft dort vorne dünn, will heissen, du hast nicht viele Konkurrenten um dich herum. Das wiederum bedeutet, dass du alleine fährst. Ich bin echt zufrieden, dass ich nicht von einer Gruppe aufgesogen wurde.
Die drei eingeschobenen Wettkämpfe waren perfekt für mich. Sie haben mir viele Stärken, und einige Schwächen aufgezeigt. Die Stärken konnte ich beibehalten, und auf die Schwächen habe ich reagiert. Hawaii kann kommen.