Der Start der Serie von sehr guten Leistungen begann in Genf am Cupspiel, wo man mit 8 Minuten Powerhandball am Ende den Einzug in die Achtelfinals schaffte. Aus den initial 8 Minuten wurden 30 in Basel und 60 gegen Willisau und Leimental - alles Gegner aus der oberen Tabellenhälfte.

Mit Emmen kam somit das erste Mal ein Gegner aus der selben Tabellenregion zum Handkuss und damit auch ein erster Prüfstein, der die mentale Stärke der Limmattalerinnen auf Herz und Nieren prüfen sollte. Mit einem Sieg gegen den, im Moment noch, direkten Konkurrenten könnte man sich zu den direkten Abstiegsplätzen etwas Luft verschaffen. Doch aufgepasst, sieht man sich die Resultate von Emmen an, sind diese nicht zu unterschätzen.

Keine Spur von Nervosität

Der Druck, einen klaren Sieg zu erspielen, war hoch, wobei sich dies eher beim Cheftrainer Wyttenbach und Assistent Zatti bemerkbar machte. Die Mannschaft selber war cool wie ein Stein und von Nervosität war bei Weitem nichts anzumerken. Im Gegenteil, es wurden bereits die ersten Spielzüge für den Angriff und das Stellungsspiel in der Verteidigung besprochen. Mit der Zuversicht verinnerlicht ging es in die ersten Minuten und mit dem neu gewonnenen Selbstvertrauen war schon nach kurzer Zeit klar, wer in diesem Spiel das Zepter in der Hand hält.

Hinten stand man wie schon in den letzten Spielen hervorragend und die Emmenerinnen kamen nur aus schlechten Wurfpositionen zum Abschluss, welche durch die hellwache und wiederum stark aufspielende Fotsch sauber pariert wurden. Kaum abgewehrt, flog der Ball zum direkten Gegenstoss über die Flügel oder, wenn sich dieser für einmal im Netz verfangen sollte, über die zweite Welle ins gegnerische Tor. Nach sage und schreibe etwas über 10 Minuten ging dann doch mal ein Ball rein, wobei das bei einem Spielstand von 1:6 aus Sicht des Gegners verschmerzt werden konnte.

Mit dem (Ja - man kann es schon fast so nennen) unterdessen routinierten Spiel des F1 wurde Mal für Mal die gegnerische Abwehr schwindlig gespielt und man kam immer wieder zu herrlich herausgespielten Abschlüssen, die dann auch sehr oft, wie der Flieger von Odermatt auf Kijewski, in Toren resultierten. Aufgrund der Leistung des HCDU und der Zeit verstummten leider die Trommelwirbel, welche für eine super Stimmung in der Halle gesorgt hatten.

Die beiden mitgereisten Fans des F1, Ani und Sigi, waren kurz davor die Pauken so einzunehmen, wie die Mannschaften die Halle eingenommen haben, liessen es dann aber doch bleiben. Zum Glück liessen die Spielerinnen keine Sekunde nach und das Pausenresultat von 9:19 war mehr als verdient.

Das Spiel kontrolliert nach Hause gebracht

Der erste Teil war geschafft, doch das Spiel war noch lange nicht vorbei und Zatti erinnerte sich noch an die NLB-Zeit, wo man in Möhlin auch schon mit 8 Toren hinten lag und am Ende mit 8 Toren gewonnen hatte. Das sollte auf keinen Fall gegen einen passieren, was in der Situation der Damen wiederum keine Selbstverständlichkeit war, denn die Emmenerinnen wollten die erste Halbzeit und das Resultat sicherlich korrigieren. Gut eingestellt auf die zweite Halbzeit ging es so weiter, wie es in der ersten Halbzeit aufgehört hat. Die Pace wurde gnadenlos aufrecht erhalten und man versuchte, die nun besser aufspielenden Gegner auf Distanz zu halten.

Die Angriffe funktionierten immer noch perfekt, ein gutes Beispiel war die wunderschöne Drehtäuschung von Heierli, und auf die Deckung mit einem starken Mittelblock ist mittlerweile Verlass. Dass man am Ende keine 40 Tore erreichte, lag unter anderem daran, dass man neu einstudierte Spielzüge übte und in den Abschlüssen etwas nachlässig geworden ist. Die Gefahr, eingeholt zu werden, war aber weit weg und mit Topscorerin Yagura (13 Tore) und Kijewski (6 Tore) hatte man am Samstag zwei Torgaranten.

Mit dem Schlussresultat von 21:32 war die Reifeprüfung mit Bravour bestanden, der leckere Kuchen von Kijewski konnte mit Freuden genossen werden und darüber hinaus konnte man sich definitiv vom Strich absetzen und kann im nächsten Spiel in Winterthur gar einen weiteren Schritt in Richtung Mittelfeld machen.
Mit Yellow Winterthur startet auch bereits die Rückrunde, wobei es hier die erste der noch offenen Rechnungen zu begleichen gibt. Im ersten Spiel der Saison war Yellow einiges stärker als der HCDU. Mit dem gefundenen Zusammenspiel und der stabilen Defense wird man es den Winterthurerinnen aber sicher nicht mehr so leicht machen und wird die Haut so teuer wie möglich verkaufen.