Curling
Sven Itens Reaktion kam an der Universiade zu spät

Für den Schlieremer Sven Iten st die Universiade im Trentino vorzeitig vorbei. Die Enttäuschung über das Ausscheiden weicht immer mehr der Erkenntnis, in den letzten zehn Tagen viel dazugelernt zu haben.

Roland Eggspühl
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Sven Iten (rechts) rutschte in Italien mit seinen Teamkollegen resultatmässig mehrmals aus. EggspühLer

Sven Iten (rechts) rutschte in Italien mit seinen Teamkollegen resultatmässig mehrmals aus. EggspühLer

Roland Eggspühl

Die Enttäuschung über das Ausscheiden weicht immer mehr der Erkenntnis, in den letzten zehn Tagen viel dazugelernt zu haben. Sven Iten, der «Third» im Team von Skip Mario Freiberger, durfte im letzten Spiel der Round Robin bis zum letzten Stein des Zusatzends auf die direkte Halbfinalqualifikation hoffen, doch das Schweizer Team schied in extremis aus. Dass es bis zum Schluss so spannend blieb, hing stark mit den vier Niederlagen in der Anfangsphase zusammen – jene gegen Norwegen und Italien in Spiel drei und vier waren zwei zuviel.

Rochade führte zum Erfolg zurück

Dieser resultatmässig völlig missratene Auftakt löste einiges aus. Es gab vor einer Woche zwei lange Teamsitzungen unter der Leitung von Stefan Schmid, dem Curling-Verantwortlichen der Schweizer Universiade-Delegation, und Teamcoach Reto Seiler. In der Folge resultierten personelle Umstellungen. «Es musste ein Ruck durch das Team gehen, wenn wir unsere minim gewordenen Chancen auf einen Halbfinalplatz wahren wollten», blickt Stefan Schmid auf den Tiefpunkt zurück: «Dabei war die Umstellung auf der Position des Vizeskips in meinen Augen die entscheidende Massnahme.»

Sven Iten stellte sich voll in den Dienst des Teams und gab die Verantwortung des Vizeskips an Ersatzmann Stefan Meienberg ab – dieser hatte an der letzten Universiade (2011 in der Türkei) die Silbermedaille gewonnen und zeigte im Trentino gute Leistungen. «Wir waren am Punkt, wo ein frischer Wind ins Team kommen musste. Diese Änderung war für das Team sehr wichtig. Und in einer solchen Situation nehme ich mich als Person natürlich zurück», erklärt Sven Iten und präzisiert: «Nach dieser Rochade konnten wir vier Spiele in Folge gewinnen, also war sie richtig. Und für mich persönlich war es eine Entlastung, mein Curling war nach dieser Veränderung ganz klar besser.»

Wertvolle Erfahrung

Im Trentino wurde das Universiade-Curlingturnier in einer Eishockey-Arena durchgeführt, wie an Grossanlässen dieser Art üblich. «Im Vergleich zu‚ normalen Turnieren in Curlinghallen handelt es sich um ein anderes Eis, und man spürt das Publikum. Immer wieder hallten Zurufe von unterschiedlichen Fangruppen durch die Arena. «Davon darf man sich nicht ablenken lassen», so Sven Iten.

Weiter spricht er den Turnierrahmen an: «Wir sind uns gewöhnt, Wochenend-Turniere für unseren Klub zu spielen. Hier spielten wir eine ganze Woche, erstmals unter Schweizer Flagge. Das ist etwas ganz anderes. In meinen Augen sind das wertvolle Erfahrungen, die uns für die Zukunft viel bringen werden.» Das Fernziel von Sven Iten uns seinen Teamkollegen ist Olympia 2018. Bis dort ist es natürlich noch weit, die Universiade 2013 ist ein kleiner Schritt auf dem Weg nach Korea.