Sportvereine
Subventionen durch Gemeinden: Limmattaler Vereine gehen keineswegs leer aus

Sportvereine im Limmattal werden von den Gemeinden unterstützt, sie erhalten aber keine Direktzahlungen. Viel mehr werden ihnen die Sportanlagen finanziert, die sie täglich benutzen. Davon profitieren auch private Besucher dieser Sportstätten.

Fabian Tschamper
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Der Rasen soll grün bleiben, damit die Fussballerinnen von Schlieren beste Voraussetzungen haben.

Der Rasen soll grün bleiben, damit die Fussballerinnen von Schlieren beste Voraussetzungen haben.

bier

Geld regiert die Welt – diese Phrase trifft fast immer zu – auch in den Limmattaler Gemeinden. Doch wie am Beispiel von Schlieren muss das Gesamtbudget im Einklang zu den Ausgaben stehen. Das gilt auch für den Ausgabenbereich Sport und Kultur. Genauer gesagt, werden die Vereine via Benutzung der Sportanlagen unterstützt. Sei es durch Finanzierung der Infrastruktur oder durch einen gelegentlichen Zustupf für Sportmaterialien.

Das Budget einer Gemeinde ist kein Wunschkonzert, sondern wird so berechnet, dass sich möglichst niemand benachteiligt fühlt. Institutionen wie Schulen oder Krankenhäuser geniessen Vorrang gegenüber dem Sport. Vom gesamten Budget der Gemeinde Schlieren, das 37.05 Millionen beträgt, fliesst rund ein Sechstel (6.4 Millionen) in das Ressort Kultur und Sport. «Es lässt sich nicht in Zahlen ausdrücken wie viel davon die Vereine von uns erhalten, weil die Öffentlichkeit auch profitiert«, sagt Urs Lienhard von der Finanzverwaltung Schlieren. Grundsätzlich wird bei den Limmattalern die Infrastruktur gefördert. Zum Beispiel wurde im Jahr 2011 ein Neubau eines Schwimmbads oder die Verlegung von Kunstrasen in der Sportanlage Zelgli finanziert.

«Wenn die Klubs eigene Vereinshäuser benötigen, müssen sie das durch Eigenfinanzierung organisieren», erklärt Urs Lienhard. «Des Weiteren werden keine Sportvereine spezifisch von uns unterstützt.» Durch die Instandhaltung der Sportanlagen wie Turnhallen, Rasen oder Eisflächen profitieren nicht nur die dort heimischen Klubs, sondern auch die Schulen, welche im Sommer Fussball spielen gehen und im Winter die Eislaufbahn benutzen. Da die Abteilung aber Kultur und Sport heisst, besteht die Möglichkeit einer Nutzung beispielsweise durch einen Theaterverein, der die Turnhalle als Übungs- und Veranstaltungsraum braucht.

Kleinere Beträge wie etwa Materialien werden teils von der Gemeinde Schlieren finanziert. Für rund 2’000 Franken werden jährlich Fussbälle oder ähnliches beschafft. Diese Investition bezieht sich ausschliesslich auf die öffentliche Nutzung.

Die Klubs müssen ihre Materialien selbst beschaffen und durch Mitgliederbeiträge und gegebenenfalls Sponsoren bezahlen. Auf diese Weise schlägt die Gemeinde zwei Fliegen mit einer Klappe durch Unterhalt der Sportstätten – für Jung und Alt, für Amateure und für allfällige Profis.