«Nicht traben!», ruft Goran Ivelj. Er hat beobachtet, wie einige seiner Spieler während der Auslaufrunde das Tempo reduziert haben. Selbst in der Schlussphase der anderthalbstündigen Trainingseinheit an diesem Samstagvormittag treibt der Dietiker Trainer seine Schützlinge nochmals an. Und das ungeachtet der schwülheissen Temperaturen auf der Dornau, welche die Spieler ins Schwitzen bringen. Die Schonzeit ist vorbei für die Dietiker. Am Samstag starten sie in die neue Saison gegen Wohlen II. Und Ivelj hat bis dahin noch einige Probleme zu lösen.

So muss er im ersten Spiel gleich auf mehrere Leistungsträger verzichten: Flavio Vecchiè, Aleandro Norelli, Dragan Durovic und João Paiva. Sie alle sind gesperrt beziehungsweise verletzt. Ebenso fehlen wird vermutlich Naim Haziri, der angeschlagen ist. Diese Stammkräfte zu ersetzen, ist nicht einfach. «Viele junge Spieler fehlen, weil sie noch in den Ferien sind», sagt Ivelj. Zwei, drei Wochen seien ja in Ordnung, findet er, aber die meisten der Jungen seien fünf Wochen weg. Dadurch verpassen sie einen Teil der Vorbereitung. Ivelj kann derzeit also nicht mit dem ganzen Kader trainieren, was ihn ärgert. «Man weiss ja, wann die Saison beginnt, da kann man frühzeitig in die Ferien gehen. Diesbezüglich müssen wir eine andere Mentalität hinkriegen.»

Erschwerend kommt für den Dietiker Coach hinzu, dass es im Team einige Wechsel gegeben hat. So haben unter anderem die beiden Torhüter Sven Gammel und Predrag Pribanovic den Verein verlassen. Auch Stammspieler wie Tiago Ribeiro in der Verteidigung oder Fabio Capone im Sturm sind nicht mehr dabei. Dafür haben die Dietiker gleich acht neue Spieler geholt. Darunter sind die beiden Torhüter Cyril Schneider vom FC Seefeld Zürich und Redon Zeqiri, der einst beim FC Schaffhausen II gespielt hat.

In der Defensive haben sich die Limmattaler mit Aramis Cimen vom FC Baden, Edi und Dino Duvnjak von Wohlens U23 verstärkt. Im Mittelfeld ist neu Sasa Jakovljevic vom SC Schöftland dabei. Und für Tore sollen ab sofort Arbnor Krasniqi vom FC United Zürich und Blanzenko Klaric vom kroatischen Verein NK Dubrava sorgen. Zudem ist Ivelj noch auf der Suche nach einem Innenverteidiger, einem Chef auf dem Platz, wie er sagt.

Zwei Niederlagen in Testspielen

Auch ohne den zusätzlichen Defensivspezialisten muss sich das neu formierte Team erst noch finden, was sich in den Testspielen gegen die beiden Erstligisten Kosova und Red Star ZH gezeigt hat. Beide Partien haben die Dietiker verloren. «Bei der Niederlage gegen Kosova hatten wir erst zwei Trainingseinheiten absolviert», erinnert sich Ivelj. In der ersten Halbzeit unterlagen die Limmattaler mit 0:4, die zweite gewannen sie aber mit 2:1.» Ähnlich war es auch bei der Niederlage gegen Red Star, als man die erste Hälfte mit 0:3 verlor und die zweite mit 1:0 für sich entschied. «Wir hatten nicht erwartet, dass alles schon funktionieren würde», sagt Ivelj.

Und der Trainer geht auch nicht davon aus, dass das in den ersten Partien der Saison anders sein wird. «Wir werden zwei, drei Spiele brauchen, bis wir etwas auf die Beine stellen können», sagt er. «Aber die ersten vier Spiele werden deftig.» Immerhin treffen die Limmattaler in den vier Startrunden noch nicht auf Zofingen und Muri, die aus Iveljs Sicht grossen Favoriten in der Gruppe.

«Diese Mannschaften wollen beide aufsteigen und verfügen über ein grosses Budget», gibt Ivelj zu bedenken. «Wangen bei Olten schätze ich als Absteiger auch stark ein, und mit NK Pajde und dem Team Aargau U-21 sind zwei weitere gute Mannschaften dabei.» Auch deswegen sagt Ivelj: «Die Gruppe in der neuen Saison ist stärker als jene in der vergangenen Spielzeit.»

Oberes Tabellenviertel als Ziel

Trotzdem will Ivelj sein Team im oberen Tabellenviertel klassieren. Die Ränge 1 bis 5 seien das Ziel. Als Vorteil sieht er die körperliche Verfassung seiner Mannschaft. «Wir haben junge Spieler, die physisch stark sind.» Allerdings gäbe es auch einen Nachteil: «Unser Kader ist nicht sehr breit.» Deshalb spricht Goran Ivelj nicht vom Aufstieg als Ziel für den ehemaligen Erstligisten. «Sollte es diese Saison klappen, wäre das zwar toll, aber wir geben uns bis zu drei Jahren Zeit, um aufzusteigen.»