Immerhin: Einen Erfolg konnte Dietikon-Urdorf am Samstagabend in der Zürcher Saalsporthalle doch noch für sich verbuchen. Die Limmattaler gingen gegen GC Amicitia Zürich mit 2:0 in Führung und lagen nach einer knappen Viertelstunde gar mit 7:4 in Front – auch dank Torhüter Alessandro Crippa, der in der Anfangsphase GC-Goalgetter Nico Wolfer am Toreschiessen hinderte und ein starker Rückhalt für seine Mannschaft war. «Wir haben eigentlich nicht schlecht begonnen», fand Crippa deshalb.

Doch nach dieser Viertelstunde kamen die Hausherren besser in die Partie, während sich die Limmattaler im Angriff mehrere Fehlschüsse leisteten. Nach knapp 20 Minuten führte GC erstmals, zur Halbzeitpause hatten die Stadtzürcher die Führung auf fünf Tore ausgebaut. 14:9 stand es zu diesem Zeitpunkt.

In der Schlussphase nachgelassen

In der zweiten Hälfte waren die Limmattaler offensichtlich bemüht, den Schaden in Grenzen zu halten und nicht noch deutlicher in Rückstand zu geraten, was ihnen in den ersten zehn Minuten auch gelang. Dann aber kassierte Oliver Anderegg eine Zeitstrafe. Thomas Arnold erhöhte zweimal innert einer Minute per Siebenmeter auf 23:15. Ein Rückstand von acht Toren gegen einen Gegner, der noch um seinen Platz in der Aufstiegsrunde kämpft – dieses Resultat wäre am Ende für Dietikon-Urdorf als Tabellenschlusslicht im letzten Auswärtsspiel des Jahres wohl durchaus ein Achtungserfolg gewesen.

Leider blieb es nicht dabei. Zehn Minuten vor Schluss der Partie drehte GC nochmals so richtig auf. Oder anders ausgedrückt: Dietikon-Urdorf liess in der Schlussphase nach, wie schon so oft in dieser Saison. Erst erhöhten Arnold per Siebenmeter und Michael Laszlo für die Stadtzürcher auf 29:19. Und dann kassierten die Gäste innert vier Minuten sechs Tore. Arnold setzte mit seinem letzten verwandelten Siebenmeter an diesem aus Limmattaler Sicht frustrierenden Abend den Schlusspunkt zum 36:21.

Für Crippa waren die Gründe für die am Ende deutliche Niederlage klar. «Wir haben nicht das umgesetzt, was uns Trainer Jan Sedlacek vorgegeben hat», sagte er. «Wir hätten mit zwei Kreisläufern spielen sollen. Das haben wir nicht gemacht.» Zudem habe man im Angriff zu wenige Ideen gehabt und zu wenig konsequent gespielt. «Gut, GC ist auch mit einigen Spielern aus der ersten Mannschaft angetreten», schränkte Crippa ein. «Aber das sollte für uns eigentlich kein Nachteil sein, da die Mannschaft zusammengewürfelt und nicht eingespielt war.»

Ausser Reichweite

Für Crippa und seine Mannschaftskollegen war allerdings schon vor dieser Partie klar, dass sie im neuen Jahr in der Abstiegsrunde spielen werden. Denn der vierte Rang in der Gruppe und damit ein Platz in der Aufstiegsrunde waren für die Limmattaler aufgrund des grossen Punkteabstands zu den vier besten Teams schon seit einiger Zeit ausser Reichweite.

Stattdessen werden sie 2017 jeweils mit den drei letzten Teams ihrer Gruppe 2 und den vier letzten Mannschaften der Gruppe 1 in 14 Partien um den Verbleib in der 1. Liga kämpfen. Von diesen insgesamt acht Mannschaften steigen die letzten zwei der Schlusstabelle direkt in die 2. Liga ab, die Teams auf dem fünften und sechsten Platz spielen in einer Barrage um den Ligaerhalt. Da sich die Limmattaler auf die Abstiegsrunde im kommenden Jahr konzentrieren, ist die Niederlage gegen GC kein Beinbruch.

Dennoch zeigten sie sich nach dem Spiel enttäuscht. «Wir wollen unsere Partien ja gewinnen», sagte Crippa. «So macht es keinen Spass.» Und auch Heinz Burla, Vereinspräsident von Dietikon-Urdorf, gab zu, dass die Niederlage schmerze. Er wünscht sich, dass seine Mannschaft in den verbleibenden beiden Partien gegen Lägern Wettingen und Volketswil wenigstens noch ein Erfolgserlebnis feiern kann. «Das wäre im Hinblick auf die Abstiegsrunde wichtig», meinte er.