Eishockey
So steht es um den EHC Urdorf vor dem Showdown gegen Bassersdorf

Die Defensive ist stärker geworden, die Offensive hat an Durchschlagskraft verloren. Urdorfs 1:2 gegen Küssnacht in der 2.Liga hatte Symbolcharakter. Es offenbaren sich die Chancen und Probleme der Limmattaler.

Raphael Biermayr
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Die Offensive der Limmattaler (im Bild Thomas wigger, rechts) hat an Gefährlichkeit eingebüsst.

Die Offensive der Limmattaler (im Bild Thomas wigger, rechts) hat an Gefährlichkeit eingebüsst.

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So wenig Tore erhalten, wie selten, und trotzdem verloren. Die Urdorfer waren nach der 1:2-Niederlage gegen Küssnacht am Rigi angefressen. Das englische Lieblingsfluchwort mit «F» von EV-Zug-Trainer Doug Shedden wurde allenthalben bemüht. Es war aber nicht ganz klar, worauf es sich bezog. Denn fast alle waren sich
einig darin, dass ein Sieg gegen die Zentralschweizer nicht zwingend gewesen wäre.

Es war ein Match mit Symbolcharakter für den Stand der Dinge bei den Limmattalern. In den drei Partien im neuen Jahr gewannen sie bei einem Torverhältnis von 7:9 drei Punkte. In den ersten Begegnungen mit denselben Kontrahenten lautete das Torverhältnis 14:16, Urdorf holte vier Zähler. Es gleicht einer mathematischen Formel: Die Offensive ist schwächer, die Defensive stärker, aber nicht im selben Verhältnis, weshalb im Umkehrschluss weniger daraus resultiert. Sport funktioniert nicht so einfach. Aber diese Zahlenspielerei führt zum Kern der Sache.

Nicolas Landis fehlt in der Offensive

Die Probleme: Der Ausfall von Nicolas Landis hinterlässt deutliche Spuren in der Offensive, was Durchschlagskraft und Überraschungseffekt anbetrifft. Der Center fällt mit einer Knieverletzung aus, weshalb sein Bruder und Eishockey-Zwilling Tobias fast keinen Einfluss mehr auf das Spiel hat. Samuel Kuoni am anderen Flügel gelingt die Umstellung etwas besser, doch auch seine Spielfreude ist beeinträchtigt.

Der frühere Nationalspieler Thomas Heldner ist für jeden Mannschaftsteil ein Gewinn. Trainer Dani Hüni hat entschieden, ihn als Verteidiger zu nominieren, um Ruhe ins Aufbauspiel und an die blaue Linie zu bringen. Allerdings fehlt er – ausser im Powerplay – als Vorlagengeber vor dem gegnerischen Tor.

So verfügt der EHCU zwar über drei ausgeglichene Sturmreihen, die jedoch ähnlich harmlos sind. Die Urdorfer müssen einen grösseren Aufwand betreiben für einen Treffer. «Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass wir wegen Nicos, Novkos (Novkovic, Anm. d. Red.) und Yanez’ Ausfall an Gefährlichkeit eingebüsst haben», bestätigt Trainer Hüni.

Die Chancen: Die Defense tritt viel sicherer auf, sie lässt sich von unterschiedlichen gegnerischen Taktiken nicht mehr lange aus dem Aufbaukonzept bringen. Ex-NLB-Recke Serge Haas kann seine Offensivqualitäten an der Seite von Thomas Heldner entfalten, im Zweikampf ist seine Cleverness eindrücklich. Captain Sebastian Hauser und Dominik Erb sind verlässlich, Colin Wiederkehr hat die Zahl der Aussetzer reduziert. Das Gefälle innerhalb des Teams ist geringer geworden.

Die Limmattaler leben eine Phrase: Sie nehmen Spiel für Spiel. Von Tendenzen lassen sie sich nicht treiben. Der Glaube an den vorzeitigen Klassenverbleib ist verinnerlicht. «Die Jungs arbeiten hart und sind überzeugt vom Weg, den wir eingeschlagen haben – das wird uns am Ende zugute kommen», ist Trainer Dani Hüni überzeugt.

Showdown gegen Bassersdorf

Die Partie vom kommenden Sonntag wird zeigen, ob sein Team bereit ist: Urdorf tritt ab 20.15 Uhr in der Klotener Kolping Arena gegen Bassersdorf an, das auf dem ersten Abstiegsrundenplatz steht. Möglicherweise ist das Urdorfs Showdown.