Tennis
So gut waren die Damen des Tennisclub Weihermatt Urdorf noch nie

Erstmals in der 49-jährigen Geschichte des Tennisclub Weihermatt Urdorf bestreitet eine Damenmannschaft den Interclub in der zweithöchsten Spielklasse.

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Die Urdorferinnen gehören in dieser Saison, die nächstes Wochenende startet, zu den elf besten Schweizer Damenteams.

Die Urdorferinnen gehören in dieser Saison, die nächstes Wochenende startet, zu den elf besten Schweizer Damenteams.

Keystone

Renato Bellotti, Head Coach der obersten Urdorfer Damenmannschaft, und Reto Nigg, Spielleiter beim Tennisclub Weihermatt Urdorf (TCW), haben hektische Wochen hinter sich. Verantwortlich dafür war der Entscheid von Swiss Tennis, die erste TCW-Damenmannschaft von der Nationalliga C in die Nationalliga B aufsteigen zu lassen. Dies nachdem sich das Team des TC Hörnli Kreuzlingen zurückgezogen hatte.

Damit gehören die Urdorferinnen in dieser Saison, die nächstes Wochenende startet, zu den elf besten Schweizer Damenteams. Erstmals in der 49-jährigen Geschichte des Clubs bestreitet eine NLB-Damenmannschaft den Interclub. Und das mit einem Team, das vor zehn Jahren in der 3. Liga startete.

Nun ist die Mannschaft in neue Sphären vorgedrungen. Denn auf NLB-Niveau mischen vor allem junge Profispielerinnen mit. Dennoch war für Bellotti und Nigg klar, dass der TC Weihermatt Urdorf dieses Wagnis eingehen soll. Denn damit sollen Spielerinnen belohnt werden, die trotz verlockenden Angeboten stets dem TCW die Treue gehalten haben.

Dank guten Kontakten ist es dem Verein gelungen, die junge österreichische Profispielerin Julia Grabher, die Nummer 292 der Welt, ins Boot zu holen.

Eine von ihnen ist Isabella Bellotti, die bereits vor zehn Jahren beim Start in der 3. Liga mit dabei war. Die talentierte junge N4-Spielerin, aktuell klassiert auf Rang 63 der besten Schweizerinnen, war schon als Baby im TCW anzutreffen. Heute engagiert sie sich auch neben dem Platz für ihren Verein, beispielsweise im Festzelt des TCW am Urdorfest.

Sponsoren ermöglichen Einsatz

Für Bellotti und Nigg war jedoch klar, dass das Abenteuer NLB nicht mit den Mitgliederbeiträgen bestritten werden sollte. Kein einfaches Unterfangen, denn an der Spitze der Mannschaft brauchte es eine aufstrebende Profispielerin, um auf diesem Niveau nicht unterzugehen. Dank guten Kontakten ist es dem Verein gelungen, die junge österreichische Profispielerin Julia Grabher ins Boot zu holen. Die derzeitige Nummer 292 der Weltrangliste stand schon im Fed-Cup-Einsatz für ihr Land.

Die prominente Neuverpflichtung stellte für die Clubverantwortlichen auch eine Herausforderung dar. Weil junge Spielerinnen auf der Profitour hohe Ausgaben haben, aber die Preisgelder noch eher niedrig sind, ist der Interclub eine willkommene Gelegenheit für einen Zusatzverdienst. Es galt daher, Sponsoren für das Engagement von Grabher zu suchen. «Wir sind auf gutem Weg», sagt Renato Bellotti.

Der Interclub-Start für die Urdorferinnen erfolgt am 29. April mit einem Heimspiel gegen Luzern Lido. Tennisfans werden dann beim Heimteam viele bekannte Gesichter antreffen. Jenny Dürst etwa, die kürzlich an den Schweizerjuniorenmeisterschaften in der Königsklasse U18 die Bronzemedaille gewann.

Die 18-Jährige hatte verlockende Angebote. Im TCW, wo sie seit mehreren Jahren spielt, fühlt sie sich allerdings wohl und entschied sich zu bleiben. Auch die die ehemalige Profispielerin Raluca Maria Ciule hat Renato Bellotti mitgeteilt, sie stehe dem Team, für das sie mehrere Jahre spielte, zur Verfügung, wenn man sie brauche. Dies obschon sie mittlerweile in Bern wohnt und arbeitet.

Ebenfalls mit dabei ist Fiona Ganz, Mitglied des Nachwuchs-Nationalkaders von Swiss Tennis. Diesen Monat trat sie beim 25 000 Dollar-Turnier von Chiasso an und schnupperte erste Luft auf der WTA-Profitour. Barbara Pinterova, letztes Jahr erfolgreiche Team-Leaderin letztes Jahr, Lea Gietz und Samy Singh vervollständigen das TCW-Damenteam. (az)