Handball
Simon Schelling freut sich auf EM-Endrunde: «Ich kann kaum noch arbeiten»

Am Donnerstag gilt es ernst. In Bregenz und Hard steht für die Schweizer U18-Auswahl im Handball die Endrunde der Europameisterschaft auf dem Programm. Mit dabei ist auch der Dietiker Simon Schelling.

Elia Diehl
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Die Wand: Simon Schelling ist ein Schlüsselspieler der Schweiz an der U18-Europameisterschaft.

Die Wand: Simon Schelling ist ein Schlüsselspieler der Schweiz an der U18-Europameisterschaft.

Elia Diehl

Torhüter Simon Schelling wird naturgemäss besonders gefordert. Der 17-Jährige steht im NLA-Kader der Lakers Stäfa und spielt in der 1.Liga bei Uster. Die EM ist für ihn das Highlight in seiner Karriere und die Vorfreude ist gross. «Ich kann kaum noch arbeiten», sagt Schelling lachend, der eine Lehre zum Hochbauzeichner absolviert. Erst wenn er seine Ausbildung beendet habe, setzte er voll auf die Karte Handball. «Mein mittelfristiges Ziel ist viel Spielzeit und ein schneller Durchbruch in der NLA.»

Kurzfristig ist der Limmattaler aber auf die U18-Nati fokussiert. Er schaue zwar von Spiel zu Spiel, sei aber überzeugt, dass die Hauptrunde zu packen sei. «Mit guter Deckung und starker Torhüterleistung kommen wir weiter.» Als Nummer eins im Tor und sicherer Rückhalt schon in der Qualifikation hat der Dietiker aber keine Starallüren. Ohne gute Vorderleute sei er auch kein guter Torhüter, betont Schelling das starke Kollektiv. «An der EM ist egal, wer gut spielt – Hauptsache hinten ist zu!» Vom Erfolg ist der 17-Jährige überzeugt, auch wenn Konstanz nicht ihre Stärke sei. Aber sie könnten alle knallhart kämpfen und «wir haben einen sehr guten Teamgeist».

Diesen können die Schweizer ab Donnerstag beweisen. Dabei können sie auf eine grosse Unterstützung hoffen, findet die EM doch quasi vor der Schweizer Haustür statt. «Ich hoffe auf einen Heimvorteil, und dass viele Schweizer Fahnen geschwenkt werden», sagt Nationalmannschafts-Assistenztrainer Nico Peter. Simon Schelling ergänzt zuversichtlich: «Viele aus meiner Familie und meinem Freundeskreis werden nach Österreich kommen», er sei aber nicht verantwortlich dafür, seine Mutter habe die Werbetrommel gerührt.

Erstes Match richtungsweisend

Das erste Gruppenspiel gegen die körperstarken Rumänen ist gleich ein entscheidendes für ein Weiterkommen der Schweiz. «Es ist eigentlich ein vorgezogenes Finalspiel für uns», sagt Nico Peter, der derzeit das Team allein führt, da Cheftrainer Michael Suter mit der U20-Nati an der EM in Ankara weilt, die für die Hauptrunde qualifiziert ist. Die Hauptrunde gilt auch für die U18 als Minimalziel, mit einem Startsieg hätte sie danach noch zwei Chancen. «Es wird aber sehr schwierig», so Peter, mit Spanien und Titelverteidiger Kroatien seien zwei Topnationen in der Schweizer Gruppe.

Dass die jungen Schweizer Handballer aber grosse Nationen schlagen können, hat die U18 letztes Jahr gegen Kroatien an der WM und die U20 jüngst gegen Weltmeister Dänemark bewiesen. Trainer Peter glaubt an einen neuerlichen Exploit: «Wenn wir es schaffen, dass die Gegner im Angriff keine Mittel finden, ist alles möglich.» Das Konzept der U18-Auswahl baue auf eine grundsolide und kompakte Abwehr, «daraus wollen wir schnelle Gegenstösse lancieren». Mit Simon Schelling hat er einen Experten für Abwehrarbeit an Bord.