Eigentlich könnte Robert Tonic ganz entspannt sein. Der Trainer der Frauen des FC Schlieren durfte am Samstag mit seinen Spielerinnen einen unerwarteten Auswärtserfolg feiern: 2:1 gegen Aïre-le-Lignon, den Tabellenzweiten der Nationalliga B. Mit diesem Sieg haben die Schlieremerinnen einen grossen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Denn sie haben zwei Runden vor Schluss nunmehr vier Punkte Vorsprung auf St. Gallen und auf den Strich, also auf einen Abstiegsplatz. «Wir wollten unbedingt gewinnen», sagt Tonic. «Die Spielerinnen waren sehr erleichtert über den Sieg.»

Viel Verletzungspech

Doch der Schlieremer Trainer ist trotz der drei Punkte, die er als Bonus bezeichnet, immer noch nicht beruhigt. Dafür hat er in dieser Saison schon zu viel erlebt. Vor allem die Verletzungsmisere machte den Schlieremerinnen in dieser Spielzeit zu schaffen. Immer wieder fielen Spielerinnen aus, was Tonic dazu zwang, sein Team mehrmals umzustellen und Spielerinnen einzusetzen, die normalerweise in der 2. Liga aktiv sind – so auch gegen Aïre-le-Lignon. «Dort habe ich drei Spielerinnen von der zweiten Mannschaft aufgeboten», sagt Tonic. «Und von den anderen, die auf dem Platz standen, waren vier angechlagen.»

Wegen des Verletzungspechs erlebten die Schlieremerinnen eine regelrechte Achterbahn. Nach den ersten fünf Runden und vier Siegen sah noch alles gut aus. Dann jedoch verloren die Limmattalerinnen dreimal in Folge. Am Ende mussten sie mit acht Niederlagen in 18 Spielen in die Abstiegsrunde. Mindestens drei Spiele müsse man gewinnen, um die Klasse zu halten, sagte Tonic damals. Aktuell steht Schlieren bei zwei Siegen – mit dem nächsten hätte es den Abstieg definitiv vermieden.

So oder so ist für Tonic klar: «Nächste Saison muss ein Umbruch stattfinden.» Dieser könnte so aussehen, dass einige Spielerinnen der zweiten Mannschaft definitiv nachgezogen werden. Dies birgt allerdings auch ein Risiko. «Der Sprung von der 2. Liga in die Nationalliga B ist relativ gross», sagt Tonic. «Und Spielerinnen zu finden, die auf Nationalliga-B-Niveau spielen, ist nicht einfach.»

Spannung gegen St. Gallen

Doch vorerst gilt die Konzentration dem vorletzten Saisonspiel, das am nächsten Samstag in Schlieren ausgetragen wird – ausgerechnet gegen St. Gallen. Tonic erwartet eine harte, ja gar ruppige Partie. «Für die St. Gallerinnen wäre es tragisch, wenn sie absteigen müssten», sagt er. «Daher werden sie alles daran setzen, die Partie zu gewinnen.»

Sollte St. Gallen wie schon während der Meisterschaft in Schlieren gewinnen, hätten die Limmattalerinnen zumindest noch einen Matchball: in der letzten Partie gegen Tabellenschlusslicht Kloten. «Aber auch dort ist alles möglich», meint Tonic. Daher will er gar nicht erst in diese Situation kommen: «Wir müssen gegen St. Gallen das Maximum herausholen und gewinnen.»