Eishockey
Sichtlich frustrierte Wings nach einer knappen 3:4-Niederlage gegen den ZSC

Die Limmattal Wings verlieren in der 3. Liga nach einem Tor in der Verlängerung mit 3:4 gegen die ZSC LionsII. Das erste Tor fiel bereits nach 76 Sekunden und ebnete so den Weg für einen ZSC-Erfolg.

Raphael Biermayr
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Wings - ZSC 3. Liga
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Limmattals Andrea Vital (li,links) gegen Yannick Lyner (ZSC).
Nicolas Gamper (Limmattal) versucht vor Torwart Dominique Stähli (ZSC) zum Abschluss zu kommen.
Patrik Ramsauer (links) im Duell mit Limmattals Michael Frei.
Michael Frei (links, Limmattal) gegen Marco Gürtler (ZSC) vor Torwart Dominique Stähli.

Wings - ZSC 3. Liga

geisser

Partien zwischen den Limmattal Wings und den ZSC-Reserven haben eigentlich immer einen hohen Unterhaltungswert – zumindest für den neutralen Beobachter. Das letzte Aufeinandertreffen nahm sich da nicht aus. Wie meistens unterlagen die Wings (3:4 nach Verlängerung) und wie üblich gab es viele Strafminuten (72). Die Verteilung derer war allerdings einseitig: 54 gingen auf das Konto der Limmattaler, denn mit Cyrill Hruby, Jürg Dietiker und auch Goalie Sandro Fischer erhielten gleich drei Akteure 10-Minuten-Strafen aufgebrummt.

Hruby gibt Comeback

Es lässt sich unschwer erraten, dass dahinter Schimpftiraden standen. Der bei den Unparteiischen berüchtigte Hruby stand diesbezüglich gleich zweimal im Mittelpunkt. Er konnte zunächst nach einem ungerecht empfundenen Offsidepfiff nicht an sich halten, um wenige Sekunden vor Schluss nach einer Strafe zum zweiten Mal lautstark zu werden. Es waren die auffälligsten Momente des langjährigen Topskorers bei seinem Comeback nach der bereits zweiten Verletzungspause der Saison, das mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe endete. Der eine oder andere Entscheid des Unparteiischenduos war schwer oder erst spät nachvollziehbar. Wie beim vermeintlichen Tor zum 3:1 für die Gäste in der 46. Minute, als ein Befreiungsschlag angezeigt war, zunächst aber nicht gepfiffen wurde. Am Ende wurde doch noch auf Icing entschieden und der Treffer aberkannt. Gesten und Lautstärke bei den Beschwerden der Wings-Akteure waren jedoch regelmässig übertrieben. Die gefürchtete Impulsivität griff um sich.

Schwache Leistung ohne Training

Das hatte auch mit der eigenen Leistung gegen das Schlusslicht zu tun, die schlichtweg ungenügend war. «Die Mannschaft hat von Beginn weg nicht das umgesetzt, was wir in der Garderobe besprochen hatten: kein Spiel auf den Mann, keine Konsequenz. Sie zeigte emotionsloses Hockey», konstatierte Trainer Mike Weiss. Was ihm besonders sauer aufstiess: Das Training tags zuvor hatte abgesagt werden müssen, weil kein einziger Spieler sich dafür angemeldet hatte. Weiss hatte eigens organisiert, dass die Einheit statt im Regen von Wettingen unter dem Dach von Urdorf, mit dem 2.-Liga-Team des EHCU, stattgefunden hätte.

Ein Shorthander zu Beginn

Trotzdem lag sein Team gegen die Lions nach einem Doppelschlag in der 52. respektive 54. Minute auf Siegeskurs. Doch nach einer weiteren Strafe (gegen Marcel Graf) hiess es zwei Minuten vor dem Ende 3:3. Und nach nur 49 Sekunden in der Verlängerung traf Fabian Johannes zum Sieg für die Gäste. So brutal das Ende der Partie war, war auch der Anfang gewesen: Nach 76 Sekunden hatte Matthias Staub (auf Pass des Ex-Limmattalers Marco Gürtler) zum 0:1 getroffen – in Unterzahl. Damit hatte der Frust der Wings schon früh zu brodeln begonnen. Er sollte sich nicht mehr beruhigen.

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