Es wurde die erwartete Gratwanderung, die der HCDU letztendlich überzeugend für sich entscheiden konnte. Das F1 rang die Genferinnen dank einem starken Beginn und einem noch stärkeren Ende nieder.

Die Vorgabe war klar: sobald man dem Heimteam auch nur den Hauch einer Chance zeigen würde, würde das Publikum den Rest dazu beitragen, dass es ein unbequemer Abend für das F1 werden könnte. Die Limmattalerinnen starteten aber äusserst motiviert und konzentriert in die Partie und lagen nie im Rückstand.

In den ersten zehn Minuten legte der Gast aus Zürich los wie die Feuerwehr. Mit etwas mehr Präzision im Passspiel wäre das Spiel bereits zu diesem Zeitpunkt entschieden gewesen. Das Heimteam konnte das anfängliche Tempo nicht mitgehen, war oft zu spät oder gar nicht zur Stelle. Das F1 ging 2:0 in Führung und kassierte erst nach fünf Minuten das erste Tor. Dennoch: das Publikum machte tolle Stimmung und gab einen Vorgeschmack auf das, was den HCDU noch erwarten sollte.

Das F1 liess sich aber nicht beeindrucken, stand weiterhin gut in der Defensive und machte viel Tempo - und legte vor zum 5:1. Das Spiel blieb unterhaltsam mit Vorteilen für die Gäste mit schön herausgespielten Aktionen. Kurz vor Halbzeit gelang es den Genferinnen noch ein, zwei Akzente zu setzen und den Rückstand von sechs Toren auf noch vier Tore zu verkürzen. Der HCDU ging mit dem Resultat von 11:7 in die verdiente Pause.

Spielunterbruch nach unglücklichem Fall

Nach der Pause zeigte sich Genf noch etwas verbessert und der HCDU nahm etwas zuviel Tempo raus. Die Romands nahmen das Angebot dankend an. Unterstützt durch den Speaker, der es immer wieder verstand, das Publikum anzuheizen, wurde die Halle mit den rund 100 Zuschauern langsam aber sicher zum Hexenkessel. Die Gäste hielten dagegen, konnten aber nicht verhindern, dass das Heimteam Tor um Tor aufschliessen konnte.

Das F1, nun sichtlich nervöser, konnte auch die Positionen in der Defensive nicht mehr halten und Spielzüge der Genferinnen, die zuvor nie funktioniert hatten, führten nun zum Tor. Einen erneuten Zwischenspurt des HCDU vom 18:17 zum 20:17 wurde postwendend beantwortet. Es gelang dem Heimteam aber nie auszugleichen oder gar in Führung zu gehen. Der HCDU kämpfte was das Zeug hielt, konnte sich aber nicht mehr absetzen.

Das Spiel begann also ab der 50. Minute und dem erneuten Anschlusstreffer des Zweitligisten zum 24:23 sozusagen neu. Acht Minuten vor Schluss setzte die linke Flügelspielerin der Gegner an zum Ausgleich, wurde aber regelwidrig, wenn auch nicht unfair, am Wurf gehindert. Siebenmeter und eine Zweiminuten-Strafe. Komischerweise blieb die gefoulte Spielerin am Boden liegen.

Wie sich herausstellen sollte, fiel sie derart unglücklich auf den Rücken, dass sie sich nicht mehr bewegen wollte aus Angst vor einer gravierenden Rückenverletzung (in diesem Sinne: die besten Genesungswünsche vom ganzen Team!). Der gegnerische Trainer entschied, dass man die Ambulanz rufen wolle, womit da Spiel während 40 Minuten ruhte.

Der HCDU kam besser durch diesen Spielunterbruch und konnte sich wieder sammeln. Man wollte sich in den letzten acht Minuten an der Leistung zu Spielbeginn orientieren. Die Anweisung war relativ einfach: Fotsch hält den Siebenmeter, vorne wird das Tor geworfen und dann mit viel Rock'n'Roll in die Schlussphase. Gesagt, getan - Fotsch hielt souverän und Kijewski skorte nach viel Druck von links. Und dann legte der HCDU so richtig los. In den letzten acht Minuten orientierte man sich tatsächlich am Spielbeginn, einfach diesmal mit präziseren Pässen, was zu einem 8:2 und zum Endergebnis von 32:25 führte.