In den letzten zwei Jahren hat Vitis Schlieren den Meistertitel in der Nationalliga A gewonnen. Einen dritten Titelgewinn in Serie wird es wohl nicht geben. «Es bräuchte ein Wunder, damit wir GC schlagen», sagt Spielertrainer John Williams.

Dass Vitis in diesem Jahr nicht mit dem Erzrivalen aus der Stadt Zürich mithalten kann, hat zwei Gründe: Einerseits hat GC aufgerüstet – unter anderem mit der Schweizer Nummer zwei Reiko Peter. Andererseits muss Vitis Schlieren zwei schwerwiegende Abgänge verkraften.

Nicolas Müller verlässt Vitis

Der beste Schweizer Squasher, Nicolas Müller, verlässt den Schweizer Meister und wird neu für seinen Heimclub Sihltal auflaufen. Genauso Schlierens Nummer vier Marco Dätwyler, der gemeinsam mit Müller zum Ligakonkurrenten wechselt. «Damit mussten wir rechnen, das ist schon in Ordnung so. ‹No hard feelings›», wie es der gebürtige Australier Williams ausdrückt.

Nachdem klar war, dass die Schlieremer die Hälfte ihrer Stammspieler verlieren würden, boten sich zwei Optionen: Entweder man verpflichtet zwei Ausländer für die Positionen eins und zwei und versucht erneut, um den Titel mitzuspielen, oder man setzt vermehrt auf den eigenen Nachwuchs und plant längerfristig.

Talente in der Warteschlaufe

Williams entschied sich für die zweite Variante. Hinter ihm wird neu David Heath auf Position zwei auflaufen. Der Schotte arbeitet ebenfalls als Squashtrainer, ist ein guter Freund von Williams und hilft ihm an einen Nachmittag pro Woche bei der Betreuung der Jungen in Schlieren.

Und ebendiese Jungen besetzten die Positionen drei und vier. Manuel Wanner und Silvio Soom werden voraussichtlich die Stammspieler sein, dahinter spekuliert mit Luca Wilhelmi ein vielversprechendes Talent auf einige NLA-Einsätze.

Duell Williams gegen Müller

«Zusätzlich haben wir noch den Franzosen Julien Balbo, der uns im Notfall auf Position eins aushelfen könnte. So haben wir ein gutes Kader, mit dem wir die Playoffs erreichen sollten», definiert Williams die Saisonziele.

Vor allem von Manuel Wanner erhofft sich der frühere Top-20-Spieler einiges. «Manuel ist jetzt als Profi unterwegs. Er ist fitter und stärker als früher und sollte in den nächsten zwei Jahren die Top 100 der Welt knacken. Dann wäre er auch bei uns die Nummer eins», erklärt Williams. Das käme dem Australier gelegen, denn er selbst möchte nicht mehr ewig auf Position eins auflaufen.

«Ich bin schon alt», meint der 42-Jährige lachend. «Für mich wird es immer schwieriger, mitzuhalten.» Das wird es in der Tat, vor allem in der ersten Runde. Im Auftaktspiel gegen Sihltal könnte es nämlich zum Duell zwischen Williams und Ex-Teamkollege Nicolas Müller kommen. «Das ist ein herzliches Willkommen auf Position eins», scherzt Williams. «Ich werde das Spiel aber trotzdem geniessen und hoffe, dass ich wenigstens einen Satz gewinne.»