Eishockey
Schweisst die Schelte den EHC Urdorf zusammen?

Nach den deutlichen Worten von Sportchef Ruedi Haas führte EHCU-Trainer Dani Hüni Einzelgespräche mit Spielern. Die Reaktionen hätten ihn positiv überrascht. Am Samstag empfangen die Limmattaler Chiasso in der 2. Liga (20 Uhr, Weihermatt).

Raphael Biermayr
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Meistens jubeln die anderen vor EHCU-Goalie Florian Wassmer.

Meistens jubeln die anderen vor EHCU-Goalie Florian Wassmer.

Roland Jaus

Urdorf-Trainer Dani Hüni war nicht überrascht, als er las, was Ruedi Haas nach der schwachen Leistung beim 2:5 gegen Bassersdorf gegenüber dieser Zeitung gesagt hatte. Haas sprach im Zusammenhang mit dem gerade Gebotenen von einer «Frechheit» und bemängelte «den fehlenden Stolz und Charakter».

Hüni hatte diese Worte schon live gehört, denn Haas ist kein hinterlistiger Typ, sondern einer, der auch gegenüber dem Team Klartext spricht. Auch der eigentlich besonnene Trainer selbst hatte in dieser verkorksten Saison schon zu harten Worten gegriffen.

«Wenn die Spieler das hören, fallen sie nicht aus allen Wolken. Sie wissen ja selbst, wie die Situation aussieht - keiner ist glücklich damit.» Hüni führte unter der Woche Einzelgespräche, um herauszuspüren, wie die Befindlichkeit innerhalb der Mannschaft ist. Die Feedbacks seien erbaulich gewesen. «Keiner hat resigniert. Der Tenor ist klar: jetzt erst recht. Jeder will mithelfen, es besser zu machen.»$

Allerdings werden einige bei diesem Unterfangen zuschauen müssen. Im ersten Heimspiel seit einem Monat tritt der EHCU gegen Chiasso gemäss Hüni «aller Voraussicht nach» mit drei Linien an.

Damit nimmt der Coach einen Input von Sportchef Haas auf. Wer über die Klinge springen muss, steht noch aus. Mit Philipp Hensler ist nach überstandener Verletzung ein Konkurrent mehr dazugekommen.

Der Gegner vom Samstag hat in der laufenden Spielzeit kaum mehr Ambitionen: Die Playoffs sind nur noch theoretisch zu erreichen, die Abstiegsrunde stellt keine Gefahr dar. Dennoch sind die Urdorfer nach den letzten beiden Auftritten klarer Aussenseiter. «Das ist unsere Chance», ist Hüni überzeugt.

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