Squash

«Schritt für Schritt an die Spitze»

Mit Konzentration und Talent lässt der Hirzler Nicolas Müller seine Gegner hinten anstehen. Irena Vanisova/ZVG

Mit Konzentration und Talent lässt der Hirzler Nicolas Müller seine Gegner hinten anstehen. Irena Vanisova/ZVG

Mit Nicolas Müller wechselt der beste Schweizer Squash-Spieler und Weltnummer 23 zu Vitis Schlieren. Im Gespräch mit der az Limmattaler Zeitung sagt er, warum er diese Wahl getroffen hat und was er mit seinem neuen Verein ereichen will.

Nicolas Müller, warum ist Ihre Wahl auf Vitis Schlieren gefallen?

Nicolas Müller: Nach dem Rückzug von Sihltal aus der NLA kamen für mich nur GC oder Schlieren infrage. Ich entschied mich für Schlieren, weil ich Trainer John Williams bereits als Trainer der Nationalmannschaft kannte.

Auch sonst treffen Sie in Schlieren auf bekannte Gesichter.

Genau. Mein Trainingspartner Manuel Wanner und mein Teamkollege aus Sihltal Marco Dätwyler spielen ebenfalls dort.

Sie hätten schon viel früher lukrativen Angeboten nachgehen und den Verein wechseln können. Warum sind Sie bis zum Schluss bei Sihltal geblieben?

Ich bin ein treuer Mensch. Ich bin mit diesem Verein aufgewachsen, begann dort im Alter von fünf Jahren Squash zu spielen.

Früh übt sich.

Eigentlich war ich noch jünger, als ich meine ersten Begegnungen mit dem Sport machte. Meine Eltern gingen oft zum Squash und fanden keinen Babysitter. Sobald wir laufen konnten, gingen ich und mein Bruder mit. Da kamen meine Eltern immer weniger zum Spielen und wir besetzten den Platz.

Bedauern Sie Sihltals Rückzug aus der höchsten Liga?

Natürlich. Ich habe sehr viel gelernt in all den Jahren, kannte die Leute und fühlte mich wohl im Verein.

Wie wird Ihr Training nun nach dem Vereinswechsel aussehen?

Es gibt kaum Änderungen. Ich werde grösstenteils weiterhin mit meinem bisherigen Trainer Michael Müller in Langnau am Albis trainieren, vermehrt aber auch mit John Williams.

Welche Ziele verfolgen Sie mit Schlieren?

Wir wollen Schweizer Meister werden. Das Team hat gute Chancen – ein weiterer Grund für meinen Wechsel zu Schlieren.

Sie werden aufgrund internationaler Turniere nicht unbegrenzt im Einsatz stehen können. Welche persönlichen Ziele streben Sie an?

Ich will mich in der Weltrangliste vorarbeiten. Zuerst in die Top 20, Top 15, längerfristig unter die besten zehn. Und dann – Schritt für Schritt – ganz an die Spitze.

In der Top 25 der Welt gehören Sie mit 22 Jahren zu den Jüngsten. Ist das ein grosser Vorteil?

Klar. Vor mir in der Rangliste ist nur ein Spieler, der jünger ist als ich. Wir alle werden älter und bald werden viele aus ihrem Top-Alter herauskommen. Die weltbesten Spieler sind zwischen 27- und 29-jährig. Meine Zeit kommt also noch. Eine besondere Ehre für mich ist, dass ich letztes Jahr den Award «Young Player of the Year» gewonnen habe, eine Auszeichnung für junge, talentierte Spieler.

Zurzeit sind die Olympischen Spiele im Gange. Wünschen Sie es sich, dass Squash auch eine olympische Disziplin wäre?

Das wäre wirklich schön. Olympia ist der grösste Sportanlass der Welt, dort dabei sein zu können, muss etwas ganz Besonderes sein. Für London haben nicht viele Stimmen gefehlt, um Squash als olympische Disziplin zu wählen. Nun hoffe ich auf die Spiele im Jahr 2020, dann wäre ich auch gerade im besten Alter, um dabei sein zu können.

Meistgesehen

Artboard 1