Fussball
Schlierens Frauen kämpfen um ihren Platz in der NLA

Die Schlieremerinnen kämpfen ab heute in der Auf-/Abstiegsrunde um ihren NLA-Platz. Für Trainer Mircea Schaich ist die Auftaktpartie die wichtigste von allen. Die Spielerinnen müssten jetzt zeigen, dass sie unbedingt oben bleiben wollten.

Raphael Biermayr
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Trainer Mircea Schaich und die Spielerinnen ziehen nach einer Krisensitzung wieder am selben Strang.

Trainer Mircea Schaich und die Spielerinnen ziehen nach einer Krisensitzung wieder am selben Strang.

bier

Verlieren ist nicht lustig. Das ist eine Weisheit, der auch die Schlieremer Fussballerinnen nicht entkommen können. Vor dem Wiederbeginn der NLA-Qualifikation nach der Winterpause sprachen die langjährigen Spielerinnen Isabelle Dreyer und Rahel Lattmann vor allem vom Spass, der wieder zurückkehren soll. Nur so könnte das Team wieder erfolgreich sein.

Vier Spiele später sagt die Realität: Nach zwei Remis und zwei Niederlagen beschliesst Schlieren den Grunddurchgang auf dem letzten Platz. Fünf Punkte haben schliesslich zum vorzeitigen Verbleib in der höchsten Spielklasse gefehlt. Der Spass hält sich angesichts dieser Bilanz in Grenzen.

Frauen ticken nicht anders

Das hat auch Mircea Schaich erfahren, der nach Weihnachten wie die Jungfrau zum Kind zum Job als Trainer der Schlieremerinnen gekommen war. Bis heute sei der Frauenfussball für ihn «eine Riesenerfahrung», auch wenn sich im Vergleich zum Winter das eine oder andere abgenutzt habe.

Nicht mehr hören könne er den Satz «Wir Frauen ticken anders». «Da musste ich der einen oder anderen klipp und klar sagen, dass ich das nicht als Ausrede akzeptiere für gewisse Verhaltensweisen.»

Krisensitzung stand an

Damit meint Schaich beispielsweise die «ausgeprägte Kommunikation über Themen, die nichts mit Fussball zu tun haben». Mit andern Worten: Es wird im Training getratscht. Das ist für den ehemaligen Junioren- und 4.-Liga-Trainer Schaich nichts Neues, allerdings habe er beim Einschreiten dagegen Lehrgeld zahlen müssen. «Bei Männern kannst du dem mit einem ‹Halt den Mund!› ein Ende setzen. Bei Frauen kann man nicht so verfahren, man muss man sich in die Psyche des Gegenübers reinversetzen», erklärt der Spreitenbacher.

Nach einer Krisensetzung, in der er wissen wollte, was das Team will, ziehen wieder alle am selben Strang. Das Team und der Trainer haben sich über die spielfreien Tage auch ausserhalb des Platzes getroffen.

Heute Samstag gilt es Ernst

Sie besuchten zum Abschluss eines Trainingstags ein EM-Qualifikationsspiel der Schweizerinnen (bei denen Schlierens Pascale Küffer Ersatztorhüterin ist) sowie das Cup-Halbfinalspiel zwischen Zürich und Basel. «Wir erschienen geschlossen zu diesem Match. Das machte derart Eindruck auf Tatjana (Haenni, FCZ-Frauen-Präsidentin, Anm. d. Red.), dass sie uns alle dazu einlud», erzählt Schaich.

Wie echt dieses Bild der Minne tatsächlich ist, offenbart sich ab heute. Zu Beginn der Auf-/Abstiegsrunde gastieren die Limmattalerinnen in Thun (18 Uhr, Lachenstadion). Vor Jahresfrist trafen die beiden Teams in der Auf-/Abstiegsrunde ebenfalls aufeinander, damals mit gegenteiligen Voraussetzungen. Schlieren gewann die erste Begegnung 4:3, die zweite endete 1:1.

Schaichs Zukunft ist offen

Für Mircea Schaich ist die heutige Auftaktpartie «die wichtigste von allen. Die Spielerinnen müssen an ihre Grenzen gehen, zeigen, dass sie unbedingt in dieser Liga bleiben wollen».

Seine Zukunft als Trainer in Schlieren mache der 41-Jährige hingegen weder von diesem Spiel noch von der Ligazugehörigkeit abhängig. «Ich muss wissen, was für eine Mannschaft ich zur Verfügung habe», stellt er klar. Vorderhand aber gelte es, endlich den Spass zurückzugewinnen. Also Erfolge einzufahren.