750 Zuschauer waren am zweiten Finaltag der diesjährigen Schweizer Meisterschaft in Jona Zeugen von hochklassigem Faustballsport. Die finalen Entscheidungen boten attraktive Spiele, kraftvolle Services, druckvolle Angriffe und reaktionsschnelle Abwehraktionen.

Widnau siegt nach Rückstand

Bei den Männern legte Qualifikationssieger Wigoltingen im Final gegen Titelverteidiger Widnau einen glanzvollen Start hin. Angeführt von einem starken Angreifer Ueli Rebsamen erspielten sich die Thurgauer im ersten Satz eine schnelle 5:1-Führung. Dadurch sah sich Widnau-Coach Kurt Sieber zu einem frühen Timeout gezwungen, welches seine Wirkung zum Positiven verfehlte. Im Gegenteil: Hauptangreifer Cyrill Schreiber leistete sich in der Folge zwei Servicefehler und ebnete damit Wigoltingen endgültig den Weg zum klaren 11:5-Satzerfolg.

Im zweiten Durchgang erwischte Wigoltingen erneut den besseren Start und ging mit 4:2 in Führung. Widnau bäumte sich in der Folge auf, kämpfte sich heran und lag plötzlich mit 8:6 voraus. Danach stand die Reihe wie-der an Wigoltingen, welches zweimal in Folge punktete (8:8). Nach einem weiteren Timeout legte Widnau wieder zwei Punkte vor, ehe Wigoltingen den neuerlichen Ausgleich bewerkstelligte (10:10) und sich in der folgenden Verlängerung drei Satzbälle herausspielte. Widnau erzwang schliesslich in extremis mit einem 15:14 den Satzausgleich zum 1:1.

Das Männerteam von Faustball Widnau bejubelt nach einem Finalsieg gegen Wigoltingen seinen neunten Schweizer Meistertitel.

Das Männerteam von Faustball Widnau bejubelt nach einem Finalsieg gegen Wigoltingen seinen neunten Schweizer Meistertitel.

Auch im dritten Satz wechselten sich die beiden Mannschaften anfägnlich mit der Führung ab, ehe Widnau vorentscheidend auf 8:6 davonzog und den Satz mit 11:7 gewann. Der vierte Durchgang verkam zu einer klaren Angelegenheit zu Gunsten von Widnau, das schnell mit 7:1 führte und sich am Ende mit 11:4 durchsetzte. Im vierten Satz ging Wigoltingen mit 2:1 in Führung, ehe sich Widnau fünf Punkte in Serie gutschreiben liess und beim Stand von 10:3 zum ersten Matchball kam. Durch zwei Servicefehler von Cyrill Schreiber kam Wigoltingen nochmals bis auf vier Punkte heran, ehe Cyrill Schreiber mit einem erfolgreichen Angriff zum 11:6 alles klar machte. Widnau entschied das Endspiel der diesjährigen Feldmeisterschaft gegen Wigoltingen mit 4:1 und feierte seinen neunten Meistertitel, den dritten in Folge.

Jona leistet sich ungewohnte Eigenfehler

Ebenfalls zum Titel-Hattrick kamen die Frauen des TSV Jona. Sie wurden nach einer überlegen geführten Qualifikationsphase ihrer Favoritenrolle in der finalen Ausmarchung vollauf gerecht und gewannen das Endspiel gegen Schlieren verdient mit 3:0. So einseitig, wie es das Resultat vermuten lässt, verlief das Final allerdings nicht. Vor allem im ersten und letzten Satz stiessen die Jonerinnen auf starke Gegenwehr. Zudem leisteten sie sich ungewohnte Eigenfehler. So liessen sie den Gegner im ersten Satz nach einer 10:7-Führung zum 10:10 ausgleichen, ehe ein Service-Ass von Janine Stoob und ein durch Celina Traxler überlegt abgeschlossener Angriff zum 12:10-Satzerfolg führten. Zu Beginn des zweiten Satzes geriet Jona mit 1:3 ins Hintertreffen, ehe mit sechs Punkten in Serie ein klares 11:4 resultierte. Im dritten Durchgang geriet Jona zwischenzeitlich mit 6:8 in Rückstand und musste dem Gegner beim Stand von 9:10 den ersten Satzball zugestehen. Mit vereinten Kräften realisierten die Jonerinnen den späten Umschwung zum 13:11-Satzerfolg und sicherten sich damit den dritten Schweizer Meistertitel in der Vereinsgeschichte.