Faustball
Schlierens «Alte» verabschieden sich mit Sieg vom Tabellenende

Die Schlieremer NLB-Männer gewinnen beim Heimturnier ihr erstes Saisonspiel und verabschieden sich vom letzten Tabellenplatz. Mit 11:4, 11:5 und 11:1 kanterten die Limmattaler Schneisingen nieder und übergaben dem Aufsteiger die rote Laterne.

Rainer Sommerhalder
Merken
Drucken
Teilen
Besprechung während eines Time-outs Bilder: Rainer Sommerhalder
4 Bilder
Rolf Bühler nimmst einen Service ab, beobachtet von Patrick Nyffeler
Sandro Hunziker beim Service
Erster Sieg für Schlierens Alte

Besprechung während eines Time-outs Bilder: Rainer Sommerhalder

Eigentlich sind sie zu alt für diese Liga und diesen Aufwand. Aber eben auch zu gut. Und sie haben mit Daniel Laubi einen Präsidenten, der ein Flair dafür hat, den Zeitpunkt des Rücktritts seiner Aushängeschilder dank Überzeugungskunst regelmässig nach hinten zu verschieben. Doch nun befinden sich die NLB-Routiniers des STV Schlieren definitiv auf der allerletzten Runde. Danach sollen «die Jungen» ihr Erbe antreten.

Als Zwischensaison hat man die aktuelle NLB-Meisterschaft betitelt. «Eigentlich sind wir in einem Alter, in dem man nur noch zum Spass und nicht mit diesem Aufwand Faustball spielt», meint Trainingsleiter Rolf Bühler. Wieso nicht auch in der Nationalliga Spass haben, sagten sich also die Schlieremer und machten dies zum Motto ihrer ultimativen Ehrenrunde. Doch vier Niederlagen nach vier engen Spielen zum Saisonstart liessen das Faustballerleben nicht so richtig lustig werden.

Und als am Samstag auch die erste Partie der Heimrunde gegen Kirchberg nach fünf hin und her wogenden Sätzen für Schlieren erneut mit «Zero Points» endete, musste man sich gar etwas Sorgen um die Altherren-Truppe machen. Folgt zum Dessert etwa der Abstieg? Die Antwort gaben Patrick Nyffeler, Rolf Bühler, Ivo Meier und Co. auf dem Feld im Duell der Habenichtse gegen Schneisingen. Mit 11:4, 11:5 und 11:1 kanterten die Limmattaler ihren Gegner nieder und übergaben dem Aufsteiger die rote Laterne.

Es fehlt manchmal an Biss

Noch sind die Schlieremer alles andere als gerettet und noch ist der angestrebte Generationenwechsel nicht vollbracht. Denn während die «Alten» regelmässig aus familiären oder beruflichen Gründen mit Rumpfteams antreten müssen, fehlt es den «Jungen» hin und wieder an Wille und Zuverlässigkeit. Oder in Zahlen ausgedrückt: In der Hallensaison gewann die NLB-Equipe der alten Garde völlig überraschend Bronze und stieg das 1.-Liga-Team der designierten Nachfolger in die 2. Liga ab. Die war nicht im Sinne des Erfinders.

Der Generationenwechsel kommt

Ende August wird der Stabwechsel nichtsdestotrotz erfolgen, übernehmen die Talente das Zepter und lassen sich die Routiniers nach mehr als einem Dutzend gemeinsamer Nationalliga-Jahre die Ehrenmedaille anheften und den Lehnstuhl überreichen. So einfach wird es vielleicht doch nicht. Dem neuen Team fehlt zum Beispiel ein Trainer. Rolf Bühler überlegt sich, ob er vielleicht die NLB-Zeit doch nochmals verlängern und nach seiner Aktivkarriere dieses Amt übernehmen soll. Aber der 40-Jährige hat auch seine Zweifel: «Es darf nicht sein, dass dann der Motivierteste neben dem Feld sitzt und sich am liebsten selber einwechseln würde.» Schwierig, so ein Generationenwechsel. Vielleicht tritt ja auch Präsident Laubi wieder in Aktion.