Eine niederschmetternde Diagnose führte Adrian Kraft indirekt zu seiner jetzigen Tätigkeit. Im Alter von 17 Jahren sagte dem talentierten Fussballer ein Arzt, dass er schwere Hüftarthrose habe. «Wie ein 60-Jähriger», schildert Kraft. Ein Erbe seines Vaters. An Fussball sei kaum mehr zu denken gewesen. Ein Physiotherapeut gab ihm den Glauben zurück und sorgte dafür, dass er nach erfolgreichem Rehabilitationstraining binnen weniger Monate wieder auf dem Platz stand. «Er hat mich schwer beeindruckt», sagt Kraft, der etwas für seine heutige Tätigkeit gelernt hat: «Qualität steht über allem.»

Adrian Krafts Alltagstipps für Leistungs- und Breitensportler.

Adrian Krafts Alltagstipps für Leistungs- und Breitensportler.

Als später die andere Hüftseite schmerzte und damit der Traum vom Profifussball ein für allemal platzte, war für Kraft klar, wohin sein beruflicher Weg ihn führen soll. Die Druckerbranche, in der er einst eine Lehre abgeschlossen hat, sei nicht in Frage gekommen. Nun ist er selbst Arbeitgeber. Eine Chance, die sich ihm dank der Unterstützung seiner Eltern bietet.
Dem Fussball blieb er gleichwohl treu. Nach drei Jahren im FC Wettswil-Bonstetten und dem Aufstieg in die 1. Liga kickt Adrian Kraft ab der kommenden Rückrunde für Schlieren in der 3. Liga.

Der Aufstieg mit Schlieren

Zum FCS fand er über seinen früheren Teamkollegen Giuseppe Sorrentino, der bei Kraft Rehabilitationstraining machte. Kraft wiederum habe Thomas Baumann einen Wechsel aufs Zelgli schmackhaft gemacht. Mit Francesco Azzarito bilden die beiden Topverstärkungen für den Co-Leader nach der Vorrunde. «Das Team funktioniert hervorragend», schwärmt Kraft, und nennt seine Aussichten: «Der Aufstieg liegt drin.»

In der 3. Liga bewegt sich der Aussenläufer mitten in einem prosperierenden Markt für sein Gesundheits-Zentrum. Eine Faustregel lautet: Je tiefer die Spielklasse, desto höher die Verletzungsgefahr. Kraft lächelt und sagt: «Wenn man böse sein will, kann man das so ausdrücken.» Das Lukrative: Die Arbeit mit einem Breitensportler ist anspruchsvoller, zeitintensiver und deshalb einträglicher.