Frauenfussball
Schlieren zittert und holpert zum Sieg

1:0-Erfolg im Limmattaler Frauenderby gegen Baden stand bereits nach sechs Minuten fest.

Rainer Sommerhalder
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Schlierens Frauen bleiben auch nach dem Limmattal-Derby NLB-Leader.

Schlierens Frauen bleiben auch nach dem Limmattal-Derby NLB-Leader.

«Wir haben es unnötig spannend gemacht», fand Roger Gutweniger nach dem Spiel. Schlierens Trainer musste trotz frühem Führungstreffer nach einem souverän verwandelten Handspenalty bis ganz zuletzt um die drei Punkte und damit die Verteidigung der Tabellenführung zittern. Dafür gab es mehrere Gründe:

1. Baden kämpfte aufopferungsvoll, auch wenn die physischen Defizite im Vergleich zum Leader nicht verborgen blieben.

2. Das holprige Terrain im Zelgli hat ebenso dringend eine Winterpause verdient wie die Schlieremer Frauen, die gegen Baden das insgesamt 20. Spiel in diesem Herbst bestritten «und die leeren Batterien langsam aber sicher spürt», wie Gutweniger meinte. Die technisch feinere Klinge der Gastgeberinnen kam so kaum zur Geltung. Während das Heimspielterrain nun bis März spielfrei bleibt, muss der NLB-Primus am kommenden Samstag in Rapperswil noch ein letztes Mal in die Socken steigen, um den Platz an der Sonne im Herbstnebel definitiv zu verteidigen. «Und wie in jedem Spiel werden wir auch in Rapperswil die Gejagten der Liga sein», bemerkte Gutweniger, der sich angesichts des Favoritenstatus seines Teams «ausserordentlich zufrieden mit der bisherigen Bilanz» zeigt.

3. Nach 12 erzielten Trefern in den letzten zwei Meisterschaftsspielen - davon elf in der zweiten Halbzeit - dachten wohl einige Spielerinnen, dass das Toreschiessen von alleine funktioniert. «Es fehlte die letzte Konsequenz im Abschluss», kritisierte der Trainer. Mitte der zweiten Halbzeit erschien die Gelegenheit ideal, um die Partie zu entscheiden. Doch Roscic scheiterte am Pfosten, Loosli stand bei ihrem Abschluss Badens Verteidigerin Rickenbacher im Weg und Dreyer die eigene Hand. Anstatt Tor gabs Entlastungsfreistoss für die Aargauerinnen.

Über weite Strecken spielten die beiden Teams auf Augenhöhe, obwohl der FC Baden nicht einmal halb so viele Punkte auf dem Konto hat wie Schlieren. Der Erfolg des Platzclubs entsprach trotz ausgeglichenem Ballbesitz angesichts der souveräneren Abwehrleistung und der grösseren Anzahl Torchancen durchaus der Logik.