Fussball 2. Liga
Schlieren zeigt Reaktion und schlägt Zürich-Affoltern

Der FC Schlieren schliesst die Hinrunde mit 18 Punkten auf Rang 8 ab. Gegen Zürich-Affoltern konnte man einen souveränen 4:1 Sieg einfahren. Matchwinner war Giuseppe Sorrentino mit drei Toren.

Fabian Sangines
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Hani (8) vergibt eine Grosschance kläglich.

Hani (8) vergibt eine Grosschance kläglich.

Fabian Sangines

Die Verunsicherung nach zuletzt sechs sieglosen Spielen in Serie schien beim 2.-Liga-Aufsteiger FC Schlieren seine Spuren zu hinterlassen. Zumindest darf das erleichterte «Wir können ja doch noch gewinnen» von Innenverteidiger, unmittelbar nach Schlusspfiff und dem 4:1-Heimsieg gegen Zürich-Affoltern, so interpretiert werden.

Dabei hätten die Limmattaler kaum mit mehr Schwung in die neue Spielklasse starten können: Drei Siege in den ersten drei Partien liessen auf dem Zelgli bereits wieder von Höherem träumen. Dazu kam die breite Brust, in der Vorsaison dank Erreichen einer Rekordpunktzahl den Erzrivalen FC Birmensdorf im epischen Aufstiegsrennen in die Knie zu zwingen.

Die Kraft hat gefehlt

Rund ein halbes Jahr nach der grossen Party scheint ebendieses kräftezehrende Duell mit Birmensdorf seinen Tribut zu zollen. «Man merkt uns allen die Müdigkeit an. Nicht nur physisch, sondern vor allem im mentalen Bereich», sagt Trainer Antonio Caputo. Dem pflichtet auch Aussenverteidiger Adrian Kraft bei: «Nach dem Aufstieg hatten wir eine Woche Pause, dann ging es schon weiter. Klar, dass da irgendwann ein Substanzverlust vorhanden ist.»

Dieser mentale Verschleiss widerspiegelte sich in fehlender Konstanz der Leistungen, aber auch bei der Chancenverwertung. Nicht zu Unrecht trauert Caputo «vier bis fünf Punkten» nach, die durchaus verdient gewesen wären. Der FCS-Trainer weiter: «Auf dem Feld liessen die Jungs zeitweise den Biss vermissen, den sie in der vergangenen Saison ausgezeichnet hat.»

Nicht unzufrieden

Dennoch will der Italiener nichts von einer enttäuschenden Hinrunde des Aufsteigers wissen: «Als Neuling in einer Liga ist es immer schwer. Wenn man uns ausserdem mit früheren Limmattaler Mannschaften vergleicht, die den Ligaerhalt regelmässig mit 24 oder 25 Punkten geschafft haben, sind unsere 18 Zähler nicht so schlecht.»

Dass der FC Schlieren mit seinem Spielermaterial andere Ansprüche haben muss als der Abstiegskampf, ist Caputo bewusst. «Namen alleine reichen aber nicht – der Star muss immer das Team sein.»

Schlieren war selten schlechter

Ausserdem sei seine Mannschaft – mit Ausnahme des 1:7-Debakels beim FC Schwamendingen – nie das schwächere Team gewesen. Oftmals wurde der FC Schlieren für seinen Aufwand nicht belohnt, wie beispielsweise bei den knappen Niederlagen gegen Leader Regensdorf oder Beinahe-Aufsteiger Lachen/Altendorf.

Um seine Jungs wieder auf Vordermann zu bringen, gewährt der Schlieremer Übungsleiter seinen Schützlingen sieben Wochen Winterpause. So soll die Lust auf Fussball zurückgegeben werden. Dazu will Caputo in den Trainings Anpassungen vornehmen, damit «der Biss zurückkehrt».

Sorrentino schiesst Zürich-Affoltern ab

Trainer Antonio Caputo forderte nach der blamablen 1:7-Niederlage aus der Vorwoche in Schwamendingen eine Reaktion. Diese liess nicht lange auf sich warten. Bereits in der 4. Minute schoss Giuseppe Sorrentino die Gastgeber mit 1:0 in Front. Und gerade mal fünf Minuten später doppelte der Italiener gleich nach. Wer nun aber ein Schlieremer Schaulaufen erwartete, wurde enttäuscht. Weil Schlieren nicht mehr unbedingt wollte, und Zürich-Affoltern nicht konnte, passierte bis zur Pause nichts mehr.

Auch nach dem Seitenwechsel plätscherte das Spiel vor sich hin, bis erneut Sorrentino für die definitive Entscheidung sorgte (61.). Daran änderte auch Winzelers Anschlusstreffer nach Foulpenalty in der 71. Minute nichts mehr. Das Verdikt hätte noch deutlich höher ausfallen können, doch allen voran der eingewechselte Marco Diener sündigte gleich mehrmals im Abschluss. Dennoch markierte Diener zwei Minuten vor Schluss den 4:1-Endstand.