Manche liessen die Köpfe hängen, andere zogen das Trikot übers Gesicht. Die meisten Schlieremer Spieler waren gestern Sonntagnachmittag sichtlich enttäuscht nach der 0:2-Heimniederlage gegen Unterstrass. Eine Niederlage, welche den Verein noch teuer zu stehen kommen könnte. Denn dadurch wurden die Limmattaler von Unterstrass in der Tabelle überholt und sind nur noch zwei Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt, den momentan YF Juventus II belegt. Das heisst, die letzte Partie gegen Red Star Zürich II wird entscheiden, ob der Verein auch in der kommenden Saison in der 2. Liga spielen wird. Wenn die Limmattaler in dieser Partie punkten, sind sie nicht davon abhängig, wie das letzte Spiel für YF Juventus II gegen Lachen/Altendorf ausgeht.

Dabei wollte Schlieren schon im Spiel gegen die Unterstrasser alles klar machen. Die Stadtzürcher waren vor der Partie noch drei Punkte hinter den Limmattalern auf einem Abstiegsplatz klassiert. Ein Unentschieden, und der Ligaerhalt wäre den Schlieremern nur noch theoretisch zu nehmen gewesen, da sie deutlich weniger Strafpunkte als YF Juventus II haben, der Direktkonkurrent im Abstiegskampf, der am Tag zuvor gewonnen hatte. Doch die Schlieremer kamen von Beginn weg nicht richtig ins Spiel. Unterstrass war offensichtlich gewillt, gegen die Limmattaler zu punkten, und spielte offensiv forsch auf. Nach nicht einmal zehn Minuten wusste sich Marc Schneider im Strafraum nur noch mit einem Foul zu helfen, Davide Lo Russo verwandelte den fälligen Penalty sicher zum 1:0 für die Stadtzürcher. «Auch wenn es vorher nach einem Abseits eines Unterstrasser Spielers aussah: Den Penalty kann man schon geben», meinte Schlierens Torhüter Jérôme Vollenweider später. Dieser Meinung schloss sich Schlierens Trainer Davide Molinaro an und fügte hinzu: «So etwas passt zu unserer momentanen Situation.»

Und es hätte für die Limmattaler kurz darauf noch schlimmer kommen können. Nach einer Viertelstunde kam Laurent Claverie zu einer guten Kopfballchance, und zehn Minuten später reagierte Vollenweider grossartig, als er in einer Eins-gegen-Eins-Situation die Nerven behielt und gegen Mathias Kleinheinz Sieger blieb.

Doch auch die Schlieremer kamen zu Gelegenheiten. Die beste hatte noch Captain Jan Erik Schnidrig, dessen Schuss wenige Minuten vor der Halbzeitpause zwar aufs Tor ging, aber zu wenig scharf war und von Unterstrass-Goalie Luca Loretz problemlos gehalten werden konnte.

Der Schlieremer Carlo Früh (r.) hat gegen Mathias Kleinheinz das Nachsehen. Vorab in den Anfangsminuten wollte dem FC Schlieren wenig gelingen.

Der Schlieremer Carlo Früh (r.) hat gegen Mathias Kleinheinz das Nachsehen. Vorab in den Anfangsminuten wollte dem FC Schlieren wenig gelingen.

In der zweiten Hälfte wirkte Schlieren zumindest am Anfang etwas frischer. Nach zehn Minuten stiessen die Limmattaler in den gegnerischen Strafraum vor, Carlo Früh legte den Ball quer. Eine sichere Beute für Loretz, so schien es. Doch der Torhüter der Gäste verschätzte sich und liess den Ball durchrutschen. Allerdings stand kein Schlieremer bereit, um davon zu profitieren. Glück für Unterstrass.

Die Schlieremer spielten nun offensiv zwingender.  Man spürte: Sie wollten den Punkt unbedingt. Nach etwas mehr als einer Stunde kam Salvatore Lombardo zum nächsten Torabschluss, doch sein Ball flog vorbei. Nur zwei Minuten später waren die Gäste wieder einmal im Angriff, die Schlieremer Verteidiger brachten den Ball nicht weg, und Florian Hofmann sorgte mit seinem Abstaubertor für das 2:0. Die Vorentscheidung in dieser Partie, welche die Unterstrasser am Ende verdient gewonnen hatten.

«Die Tore fallen im Moment einfach gegen uns», seufzte Molinaro. «Ich kann der Mannschaft nicht mal einen Vorwurf machen, der Einsatz stimmte.» Das Problem sei vielmehr, dass man auf viele Spieler verzichten müsse, die verletzungsbedingt ausfielen. So musste Molinaro in der Defensive improvisieren: «Die Innenverteidiger spielen normalerweise auf anderen Positionen.»

«Wir werden alles geben»

Auch im letzten Spiel gegen Red Star Zürich II wird Molinaro nicht auf alle Spieler zurückgreifen können. Hadern wollte er deswegen aber nicht. «Wichtig ist, dass wir jetzt den Kopf nicht hängen lassen», sagte Molinaro. «Wir haben es ja in den eigenen Füssen.»

Und auch Vollenweider blieb trotz der Enttäuschung gegen Unterstrass optimistisch. «Wir sind eine gute Mannschaft und glauben daran, dass wir es schaffen», sagte er und versprach: «Gegen Red Star werden wir alles geben.»