Fussball
Schlieren startet mit grossen Veränderungen in die neue Saison

Der neue FC Schlieren kassiert in der ersten Cuprunde eine bittere 3:5-Pleite gegen den unterklassigen FC Elgg. Diese Niederlage ist jedoch auch verdient für den FCS.

Ruedi Burkart
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Die Schlieremer (Neuzugang Giuliano Gagiulo, rechts) sahen gestern den Ball meistens nur aus der Ferne.

Die Schlieremer (Neuzugang Giuliano Gagiulo, rechts) sahen gestern den Ball meistens nur aus der Ferne.

Ruedi Burkart

Erst eine Woche nach dem offiziellen 2.-Liga-Saisonstart vom kommenden Wochenende steigen die Schlieremer in die Meisterschaft ein. Am Sonntag, 23. August, beginnt mit einem Heimspiel gegen Aufsteiger Männedorf die Saison der Bestätigung.

Nach dem formidablen dritten Schlussrang im ersten Jahr nach der Rückkehr in die 2. Liga standen in den vergangenen Wochen auf dem Sportplatz Zelgli grosse Veränderungen an. Die wichtigste: Erfolgstrainer Antonio Caputo zog sich von der Front zurück und wirbelt nun als Sportchef beim FCS. Seinen Part an der Seitenlinie übernommen hat mit dem 33-jährigen Davide Molinaro ein junger, unverbrauchter Trainer. Einer, der erst seit zwei Jahren Aktivmannschaften coacht.

Ohrfeige zum Neustart

Gestern nun stand für den neuen FC Schlieren – die letztjährigen Leistungsträger Sorrentino, Hani und Sasivari sind bekanntlich nicht mehr dabei – bei 3.-Ligist Elgg im Rahmen der ersten Cuprunde eine erste Bewährungsprobe an. Weil sich aufgrund von fehlenden Spielberechtigungen, ferienbedingten Absenzen und Verletzungen eine regelrechte «Rumpftruppe» in Richtung Winterthur auf den Weg machte, ist die Aussagekraft der 3:5-Niederlage natürlich sehr beschränkt.

Vorgeführt von einem Unterklassigen

Und dennoch: Wie sich die Limmattaler in der ersten Hälfte vorführen liessen, war sehr bedenklich. Erst nach der Pause sträubte man sich gegen die drohende Niederlage. Und hatte auch noch eine grosse Portion Pech: In der 85. Minute hatte Anthony Gullo die Riesenchance zum 4:4, im Gegenzug besiegelte Elggs Fidaim Saiti mit dem fünften Treffer für die euphorisierten Gastgeber die Partie.

Neo-Sportchef Caputo war erst zu Beginn der zweiten Halbzeit vor Ort und liess sich über den Spielverlauf der ersten 45 Minuten informieren. Als die Schlieremer nach dem Seitenwechsel wieder in die Partie fanden, meinte ein Zuschauer schmunzelnd: «Toni, jetzt rennen die Spieler endlich. Das ist nur, weil sie dich gesehen haben!» Caputo nahm die Worte ruhig zur Kenntnis. Er wird sich seine Gedanken gemacht haben.

Nicht unzufrieden, eigentlich

Mit dem Verlauf der Saisonvorbereitung ist Schlierens neuer Übungsleiter – abgesehen vom gestrigen Spiel – nicht unzufrieden. Molinaro: «Natürlich kämpfte ich in den vergangenen Wochen wie andere Trainer von Amateurmannschaften auch mit Absenzen während der Ferien. Aber grundsätzlich war es okay.»

Angesprochen auf die vergangene Saison, die in acht Siegen in Folge während der Rückrunde gipfelte, und die gestiegene Erwartungshaltung der FCS-Fans, gibt sich Molinaro äusserlich gelassen: «Die zweite Saison ist bekanntlich immer schwieriger als die erste Saison nach dem Aufstieg. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir genug Substanz für eine ebenso gute Saison haben. Wir haben gewichtige Abgänge, aber die neuen Spieler bringen frischen Wind mit und werden den Konkurrenzkampf beleben.»