Faustball
Schlieren rettet seine Saison gerade noch

Die Limmattalerinnen schaffen überraschenderweise den Einzug in den NLA-Final. Zwar waren die Schlieremerinnen im Endspiel um den Schweizer-Meister-Titel gegen Embrach chancenlos, doch mit der Silbermedaille erreichten sie das Optimum.

Daniel Frei
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Limmattaler Zeitung

Die Lust siegte über den Frust. Zwar waren die Schlieremerinnen im Endspiel um den Schweizer-Meister-Titel gegen Embrach chancenlos, doch mit der Silbermedaille erreichten sie das Optimum. Sie krönten eine Saison, die nicht immer optimal lief. Denn Schlieren hatte sich nur schon die Qualifikation für den Halbfinal in extremis gesichert.

Nach der Vorrunde sah es noch nicht danach aus, erst mit dem 3:2-Sieg über Oberentfelden-Amsteg schaffte das Team um Captain Simone Estermann das Weiterkommen. Dort traf es auf das zweitplatzierte Jona. Am Finalevent auf dessen Heimplatz begann die Partie äusserst spannend. Erst in der Satzverlängerung setzten sich die Limmattalerinnen durch. Doch die Antwort kam prompt und mit 11:6 und 11:9 recht deutlich. Schlieren kämpfte sich zurück und gewann 11:6. Der Entscheidungssatz stand bevor. In diesem hatten die Jonerinnen den Sieg schon vor den Augen, sie führten bereits 9:5. Doch dann drehten die Schlieremerinnen mächtig auf. Mit 12:10 setzte sich der achtfache Meister schliesslich durch.

Im Final gegen den langjährigen Kontrahenten Embrach kamen die Schlieremerinnen unter die Räder. Die Eigenfehlerquote war hoch, während die Unterländerinnen fehlerfrei agierten. Mit 11:3 gewann Embrach den ersten Durchgang. Der zweite entwickelte sich ebenfalls einseitig. Die Embracher Angreiferin Irene Schönenberger – sie löste kürzlich Simone Estermann als Rekordinternationale ab und trat wie diese aus dem Nationalteam zurück – konnte sich gar vier Eigenfehler im Service erlauben, ohne das Schlieren einen Nutzen daraus ziehen konnte. Mit 11:6 ging auch dieser Satz an Embrach.

Der dritte Satz (11:8) war dann nur noch die Kür und der Abschluss einer beeindruckenden Saison aus der Sicht der Embracherinnen: Sie gaben während der gesamten Saison nur drei Sätze ab. Eine beeindruckende Bilanz auf dem Weg zum sechsten Meistertitel. Das anerkannten die Schlieremerinnen neidlos – sie freuten sich trotz der klaren Abfuhr über die Silbermedaille, die für sie nach den zurückliegenden Monaten ein Gewinn war.