Vor einem Jahr startete der kecke Aufsteiger FC Schlieren mit drei Siegen in Folge in die Meisterschaft. Und legte damit den Grundstein zu einer überragenden Saison, welche im dritten Schlussrang gipfelte. Dieses Jahr tun sich die Limmattaler mit einer neuen Mannschaft und einem neuen Trainer (Davide Molinaro für Antonio Caputo) bedeutend schwerer.

Vor zwei Wochen schieden sie gegen den biederen 4.-Ligisten Elgg im Cup aus, am Sonntag resultierte trotz viel Aufwand gegen Liganeuling Männerdorf nur ein 1:1. Simon Rossi glich nach 53 Minuten Männedorfs Führung (Di Bella traf gleich nach der Pause) aus. FCS-Trainer Molinaro: «Das Team hat Charakter gezeigt. Das Unentschieden geht in Ordnung.»

«Schlieren light» bis im September

Es ehrt Molinaro, dass er nicht jammert, weil ihm zahlreiche potenzielle Stammspieler aus den verschiedensten Gründen noch nicht zur Verfügung stehen. «Natürlich haben wir momentan ein knappes Kader. Und ich sehne mich danach, dass wir in absehbarer Zeit komplett sein werden.» Man werde, so Molinaro weiter, erst im Laufe des Septembers das wahre Gesicht des FC Schlieren sehen. «Bis dahin müssen wir uns irgendwie durchseuchen.»

Zur sonntäglichen Partie: In der 56. Minute hätte das Momentum auf die Seite der Schlieremer kippen können. Hätte. Doch Stürmer Souhel Muhi schoss einen an Roman Hess verschuldeten Foulelfmeter dermassen kläglich, dass Männedorf-Goalie René Lobnik keine Mühe hatte, in die richtige Ecke zu tauchen und den Ball zu behändigen.

Die Partie blieb bis zum Abpfiff beim Stand von 1:1. Apropos Goalie. Die Schlieremer konnten sich bei ihrem Schlussmann Markus Würsten für den Punktgewinn bedanken. Der Teufelskerl hielt mit zahlreichen Paraden seine Farben im Spiel.

Diskussionen um die Platzwahl

Für Ärger bei den Zuschauern sorgte vor dem Anpfiff die Tatsache, dass die Partie nicht auf dem augenscheinlich tiptop bespielbaren Hauptplatz stattfand, sondern auf dem Kunstrasen. Schlierens Sportchef Antonio Caputo zuckte die Schultern auf die Frage, weshalb nicht auf dem Naturrasen gespielt wurde.

Und Vereinspräsident Mauro Fulginei machte nach Spielschluss einen ebenfalls mässig begeisterten Eindruck. Wohl, weil alle Sponsorentafeln rund um den Hauptplatz stehen und diese gestern keine Beachtung fanden. Warum also dieser Platztausch, Davide Molinaro? «Wir haben das teamintern diskutiert. Und die Mannschaft wollte auf dem Kunstrasen spielen», meinte der Trainer.