Schlieren hätte gegen Srbija zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können: Die alleinige Tabellenführung übernehmen und einen Verfolger distanzieren. Dies, weil der punktgleiche Leader Niederweningen am Vortag überraschend Industrie Turicum unterlegen war. Doch zum wiederholten Male liessen die Limmattaler eine Möglichkeit aus, sich abzusetzen. Nach dem 4:5 gegen Srbija liegen nun die ersten drei Teams mit derselben Anzahl Zählern gleichauf.

Den Anfang verschlafen

Kaum hatte das Spiel begonnen, musste Schlierens Torhüter Michael Angstmann bereits das erste Mal hinter sich greifen. Danijel Stanojevic zögerte nicht lange, als er auf der Höhe der Mittellinie einschiessen konnte: Angstmann war nach einem Ausflug noch nicht wieder ins Tor zurückgekehrt. Die Startphase war auf beiden Seiten sehr energisch und durch ein hohes Tempo geprägt. In der 12. Spielminute gelang es Pierre Gattiker nach einem Freistoss, den Ball ins Tor zu köpfeln. Der Ausgleich hielt aber nicht lange an. Gerade einmal zwei Minuten später hiess es 1:2, der früheren Birmensdorfer Sladjan Selakovic traf per direktem Freistoss. Das Heimteam drückte danach erneut auf den Ausgleich. Sladja Peric - zuvor beim Gegner engagiert - kam in der 15. Minute zu einer ersten guten Chance. In der 28. Minute hätte der Treffer fallen müssen. Diverse Schlieremer konnten mehrfach aufs gegnerische Tor schiessen. Srbijas gut gestellte Abwehr konnte den Ball jedoch jedes Mal abblocken.

Vier Tore in den letzten Minuten

Nach dem Seitenwechsel wurde Schlieren wieder kalt erwischt. Nur drei Pässe nach Wiederbeginn traf Nikola Stanojevic zum 1:3. Emanuele Preite traf wenig später vom Elfmeterpunkt zum 2:3. Das Heimteam machte sich in der Folge das Leben durch Fehlpässe aber unnötig schwer. Srbija nutze die Flinkheit seiner Spieler, um durch schnelles Umschalten immer wieder zu gefährlichen Torszenen zu kommen. Die Partie wurde nun härter - und wartete mit einer ereignisreichen Schlussphase auf: Selakovic traf per Elfmeter zum 2:4 (81.), Schlierens Souhel Muhi-Eddine verkürzte in der 90. Minute auf 3:4, Predojevic sorgte wieder für den 2-Tore-Vorsprung (91.), bevor Preite mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt setzte (96.).

Nach diesem Auf und Ab der Gefühle und der vergebenen Chance war FCS-Trainer Beat Studer enttäuscht: «Es war ein schlechtes Spiel. Wir mussten von Beginn an immer einem Rückstand hinterherrennen. Nach jedem erzielten Tor eines vom Gegner zu erhalten, brach uns das Genick.» Srbijas Interimstrainer Fai Kouhon Desir hingegen zeigte sich verständlicherweise glücklich: «Es ist immer schwierig gegen Schlieren zu spielen. Dieser Sieg ist sehr wichtig für uns.»