Faustball
Schlieren holt sich am Heim-Europacup die Bronzemedaille

Durchzogene Leistung der Schlieremer NLA-Faustballerinnen am Heim-Europacup. Das erste Spiel verloren die Schlieremerinnen sehr deutlich. Sie konnten sich jedoch aufrappeln und gewannen das Spiel um die Bronzemedaille.

Maila Bermejo
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Freude herrscht: Die Schlieremerinnen sind glücklich über die Bronzemedaille. mbm

Freude herrscht: Die Schlieremerinnen sind glücklich über die Bronzemedaille. mbm

Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt, so könnte man die Stimmung der Limmattaler NLA-Faustballerinnen am Wochenende zusammenfassen. Im dritten Heim-Europacup nach 1998 und 2009 zogen sie am Samstag gegen den Alhorner Sportverein einen rabenschwarzen Tag ein. Gleich 0:4 (1:11, 5:11, 2:11, 5:11) gingen die Lokalmatadorinnen gegen den amtierenden deutschen Meister unter. Und das, obwohl sich das Team um Captain Simone Estermann vor heimischem Publikum so viel vorgenommen hatte.

«Deutlich spürbarer Niveauunteschied»

Doch die Schlieremerinnen hatten nie den Hauch einer Chance: Sie agierten zu wenig abgeklärt, produzierten zu viele Eigenfehler und konnten die wenigen Chancen, die ihnen der Gegner zugestand, nicht nutzen. Der deutsche Meister spielte mit dem Schweizer Meister Katz und Maus und vernichtete mit einem 4:0-Sieg die Hoffnungen der Limmattalerinnen auf eine Finalteilnahme.

Die Enttäuschung bei Captain Simone Estermann war gross. «Beim Heim-Europacup eine so schlechte Leistung zu zeigen, ist schon ernüchternd», sagte sie nach dem Spiel. Doch: «Der Niveauunterschied zwischen der deutschen oder österreichischen und der Schweizer Liga ist deutlich spürbar», tröstete sie sich und fügte kämpferisch an: «Trotz dieses Rückschlages wollen wir im Spiel um Platz drei nochmals voll angreifen.»

Rehabilitation im zweiten Spiel

Gesagt, getan. Die Limmattaler Faustballerinnen konnten ihren Ärger rechtzeitig auf den zweiten Wettkampftag hin in Motivation umwandeln und starteten fulminant in das Spiel um die Bronzemedaille.

Im ersten Satz liessen die Schliemerinnen dem österreichischen Vizemeister Neusiedl/Zaya keine Chance. Sie spielten variantenreich und aggressiv und entschieden den ersten Durchgang mit 11:3 für sich. Auch der zweite Satz ging an Schlieren, wenn auch deutlich knapper (11:9). Zweimal schwächelte das Heimteam und liess zu, dass der Gegner gefährlich nahe herankam. Im dritten Satz zeigte sich das gleiche Bild: Schlieren erspielte sich einen beruhigenden Vorsprung (9:4), konnte den Sack aber nicht zumachen.

Besseres Ende des Heimteams

Das Heimteam agierte nervös und ungenau und Neusiedl konnte sich Punkt um Punkt herankämpfen. Beim Stand von 9:8 musste nach einem umstrittenen Schiedsrichterentscheid der Punkt wiederholt werden. Doch die Limmattalerinnen liessen sich nicht aus der Fassung bringen und entschieden mit zwei klaren Punkten in Folge den dritten Satz (11:8) für sich.

Der vierte Durchgang gestaltete sich ausgeglichen. Kein Team konnte sich absetzen und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit dem besseren Ende für das Heimteam (11:9). Schlieren holte sich somit vor heimischem Publikum verdient die Bronzemedaille und konnte sich von der schlechten Leistung im Auftaktspiel rehabilitieren. Gold sicherte sich der Titelverteidiger und österreichische Meister Union Arnreit mit einem 4:1-Satzsieg über den Alhorner Sportverein.