Racketlon
Schlieren dreht anhand der WM-Austragung weiter an der Spirale

Im Vitis-Center Schlieren fanden am Wochenende die Weltmeisterschaften im Racketlon statt. Bei der Elite der Frauen siegte Nathalie Zeoli, bei den Männern Jesper Ratzer. Aber auch die Schweizer sorgten für den einen oder anderen Glanzpunkt.

Fabian Kleeb
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Im Elite-Final trafen die beiden Dänen Jesper Ratzer (links) und Kasper Jønsson aufeinander.

Im Elite-Final trafen die beiden Dänen Jesper Ratzer (links) und Kasper Jønsson aufeinander.

fotojaus.ch

Von Russisch bis Dänisch, Schwedisch und Englisch war an diesem Wochenende im Vitis-Center Schlieren alles zu hören. Parallel dazu waren die vertrauten Geräusche von Tischtennis, Badminton, Squash und Tennis in einer wilden Vermischung wahrzunehmen. Die diesjährigen Weltmeisterschaften in Schlieren bildeten den Höhepunkt der bisherigen Schweizer Racketlongeschichte. 610 Teilnehmer demonstrierten, dass sich die junge Sporart auf dem aufsteigenden Ast befindet.

Wahl-Schweizerin bestätigt Titel

In gesamthaft 18 Kategorien wurden von Freitag bis Sonntag über 1000 Spiele ausgetragen. Bei der Elite der Frauen qualifizierte sich die deutsche Titelverteidigern Nathalie Zeoli problemlos fürs Finale. Zweite Finalistin war die aufstrebende Sarina Leibig, ebenfalls aus Deutschland. Die Tischtennisspezialistin Leibig demonstrierte zu Beginn beim Tischtennis ihre Stärke.

Doch nach den Disziplinen Badminton und Squash präsentierten sich die Kräfteverhältnisse eindeutig zugunsten der Titelverteidigerin. Als die in der Schweiz wohnhafte Zeoli drei Punkte im Tennis für sich entschieden hatte, stand fest, dass sie an ihrer «Heim-WM» zum zweiten Mal Weltmeisterin geworden ist. Die gesundheitlich bedingte Abwesenheit ihrer grossen Widersacherin Zuzana Kubánová trübte den Erfolg nicht.

«Noch nicht realisiert»

Zeoli nach dem Triumph: «Die ganze Anspannung und der Druck sind weg. Realisiert, dass ich erneut Weltmeisterin geworden bin, habe ich aber noch nicht.» Die Entscheidung führte sie beim 21:6 im Squash herbei. «Ich konnte vom Heimvorteil profitieren», erklärt die 25-Jährige. Die spezielle Beschaffenheit des Schlieremer Courts mit je einer Beton- und einer Glas-Seitenwand impfte sie sich in der letzten Zeit beim Squash-Training vor Ort ein.

Im rein dänischen Elite-Final der Männer zwischen Kasper Jønsson, und Jesper Ratzer wurde dem erfreulich grossen Publikumsaufmarsch Racketlon-Feinkost geboten. Nach den ersten beiden Disziplinen war alles ausgeglichen. Ratzer schuf sich dann im Squash einen komfortablen Vorsprung, welchen er im Tennis souverän zum WM-Titel ummünzte.

Schweizer Glanzpunkte war der Doppelsieg in der Kategorie U13 von Tinko Schnegg und Yannic Andrey. Bei der Kategorie Männer B setzten sich ebenfalls zwei Eidgenossen aufs Podest und auch die Schweizer Elitespieler haben sich wacker geschlagen.

Martin Schweizer im Achtelfinal

Der Urdorfer Martin Schweizer zeigte bei seiner Premiere eine tolle Leistung und gewann in der Kategorie E gleich seine ersten beiden Partien. Im dritten Spiel verlor der 34-Jährige allerdings und schied somit im Achtelfinal aus.

Racketlon befindet sich nach wie vor in einer nach oben führenden Spirale. Mit der Austragung der WM hat die Schweiz und auch der Standort Schlieren seinen Teil zur erfolgreichen Entwicklung beigetragen.

Tischtennisfinal zwischen Nathalie Zeoli (links) und Sarina Leibig.
12 Bilder
Badmintonfinal zwieschen Nathalie Zeoli und Sarina Leibig.
Luftsprünge im Badmintonfinal von Nathalie Zeoli.
Squashfinal zwischen Nathalie Zeoli (links) und Sarina Leibig.
Weltmeisterin Nathalie Zoeli holt sich den Ball auf dem letzten Zacken.
Höchste Konzentration und Präzision beim Anschlag im Final von Jesper Ratzer.
Jasper Ratzer serviert im Duell mit Kasper Jonsson.
Akrobatikeinlagen von Jesper Ratzer im Final beim Tischtennis.
Squash-Final Jesper Ratzer vs Kasper Jonsson.
Jesper Ratzer im Tennisfinal.
Jesper Ratzer beim Tennis schon etwas gezeichnet.
Jesper Ratzer nimmt am Boden liegend die Gratulation seines Gegners entgegen.

Tischtennisfinal zwischen Nathalie Zeoli (links) und Sarina Leibig.

fotojaus.ch

OK-Präsident Hobi: «Sehr zufrieden»

Nach Abschluss der Weltmeisterschaften in Schlieren zieht das Organisationskomitee um Präsident Nico Hobi eine durchwegs positive Bilanz. Nach kleinen Startschwierigkeiten am Freitag lief alles einwandfrei. «Von den Teilnehmern erhielten wir viele positive Feedbacks», sagt Hobi. «Mit dem Zuschaueraufmarsch bin ich zufrieden. Während der Finals war die Halle voll», erklärt der Schweizer Racketlonpionier, der in den letzten Tagen mit durchschnittlich drei Stunden Schlaf auskommen musste.

Am Samstagabend wurde zudem ein Show-Wettkampf durchgeführt. Dabei mass sich beispielsweise Badminton-Schweizer-Meister Christian Bösiger mit dem neuen Weltmeister Jesper Ratzer. Das nächste Racketlon-Turnier im Vitis findet vom 27. bis 29. Juni 2014 statt.