Tennis Interclub
Sanapark Birmensdorf und der Kampf gegen die wüste Null

Das Interclub-Team Sanapark Birmensdorf wollte im vierten und letzten Spiel der Nationalliga-C-Saison endlich einen Satz gewinnen – allerdings gegen hochkarätige Gegner.

Timon Richner
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Das Nationalliga-C-Team von Sanapark Birmensdorf von links nach rechts: Damian Bösch, Alain Horat, Roger Winnewisser, Lukas Horat, Danila Gulnov und Fabian Kunz.
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Birmensdorfs Damian Bösch bei der Vorhand.
Teamcaptain Lukas Horat.
Fabian Kunz (links) zusammen mit seiner Gegner im Einzel Dominic Blumer.
Einige Zuschauer waren da.
Sanapark Birmensdorf, NLC Spiel, TV Frohberg
Manchmal regte er sich furchtbar auf – Fabian Kunz
Ein Aufschlag von Kunz.
Weg mit diesem blöden Schläger!
Fabian Kunz bei einem Vorhandschlag.

Das Nationalliga-C-Team von Sanapark Birmensdorf von links nach rechts: Damian Bösch, Alain Horat, Roger Winnewisser, Lukas Horat, Danila Gulnov und Fabian Kunz.

Timon Richner

Sanapark Birmensdorf sollte im letzten Spiel der Saison noch schaffen, was ihnen in den bisherigen drei Spielen verwehrt blieb: Einen Satz gewinnen. Der Mann, den Teamcaptain Lukas Horat für diese ehrenvolle Aufgabe vorgesehen hat, heisst Fabian Kunz. Die Aufstellung wurde so gewählt, dass der als R5 klassierte Kunz gegen den «nur» zwei Klassen höher eingestuften R3-Spieler Dominic Blumer antreten konnte. Da Kunz als Tennislehrer arbeitet, räumte man ihm dank seiner Spielpraxis die grössten Chancen ein.

Kunz erkämpfte sich bereits im ersten Game zwei Breakbälle. «Ich wollte da gleich das Break holen. Das wäre ein super Start gewesen», sagte Kunz nach dem Spiel. Er nützte jedoch keine seiner Chancen und dieses Bild zog sich konsequent durch den ganzen Match. Der Tennislehrer hatte sehr viele Chancen, Games zu gewinnen nutzen konnte er jedoch nur wenige seiner Chancen. «Ich muss Druck machen, sonst habe ich keine Chance!», schrie er genervt. Nach knapp zwei Stunden war der zähe Kampf zu Ende und das Resultat, war brutal: 6:1 und 6:2 für Dominic Blumer. «Insgeheim war mein Ziel, in mehr als einer Stunde zu verlieren. Das habe ich geschafft. Mehr war leider nicht drin», sagte Kunz nach dem Spiel enttäuscht.

Auch alle anderen Spiele im Einzel gingen klar und ohne Satzgewinn verloren. Das nimmt man bei den Birmensdorfern aber mit Humor. Als sich ein Zuschauer erkundigte, wer bei den laufenden Spielen gerade in Führung sei, gab der Birmensdorfer-Spieler Damian Bösch mit einem Lachen zur Antwort: «Ganz einfach. Immer der Gegner.»

Wie viel verdient ein Top-Ausländer im NLC-Interclub?

Beim gestrigen Gegner von Sanapark Birmensdorf, dem TC Frohberg, spielen zwei österreichische Ausländer. Das ist für die Frohberger allerdings nicht ganz gratis. «Normalerweise wird einem Ausländer in der Nationalliga C etwa 1000 bis 1500 Euro für einen Tag bezahlt. Da ein Tennislehrer unseres Vereins ein Freund der beiden ist, kommt es für uns wesentlich günstiger», sagt Frohbergs Captain Dominic Blumer. Den Freundschaftspreis bezahlt der TC Frohberg aus den Einnahmen, die sie aus der Vermietung ihrer Tennisplätze machen.

Zweite Chance im Doppel

Nach den Einzel-Niederlage hiess es: Mund abwischen und weiterkämpfen. Die Partien im Doppel folgten. Kunz spielte zusammen mit Teamleader Alain Horat (R3) gegen die beiden 15- und 16-jährigen Nachwuchstalente Henry von der Schulenburg (N4) und Laurin Aerne (R1), beide gehören in ihrem Jahrgang zu den grössten Talenten Europas. Im zweiten Satz kratzten Horat/Kunz am Erfolg. Beim Stand von 3:3 vergaben die Birmensdorfer zwei Breakbälle. Im darauffolgenden Aufschlagsspiel lösten sich jedoch die letzten Hoffnungen in Luft auf: Fabian Kunz schenkte das Game mit einem Doppelfehler her. Das grosse Ziel war verpasst.

Wie schwer die Aufgabe war, zeigt ein Blick auf die Aufstellungen der beiden Teams. Alain Horat, Birmensdorfs bester Spieler, ist als R3 klassiert; die gleiche Klassierung hat der schwächste Frohberger Dominic Blumer. Zudem hat das Team aus Stäfa mit Martin Slanar und Markus Polessnig zwei eingekaufte Österreicher (siehe Box). Slanar war 2008 auf Platz 198 der Einzel-Weltrangliste und im Doppel war er 2010 sogar die Nummer 94 der Welt.

Beim gemütlichen Grillieren zusammen mit den Gegnern nach dem Spiel liess aber kein Birmensdorfer den Kopf hängen. «Wir hatten eine starke Gruppe und jetzt spielen wir halt nächstes Jahr wieder in der 1. Liga», sagte Captain Lukas Horat. Dort gewinnen die Birmensdorfer sicher auch wieder einmal.